Stahlbeton – Die nächste Infrastrukturapokalypse?

320px-Rebar

Bild 1: Stahlbeton. Quelle: Technyck, Wikimedia, Lizenz: CC BY SA 3.0

Da ich einen Beitrag zur eher geringen Haltbarkeit von Stahlbeton in Strukturen und Gebäuden nun schon mehrfach gesehen und gelesen hatte – dachte ich das ich den auch hier mal verlinke “Das Problem mit Stahlbeton“: https://theconversation.com/the-problem-with-reinforced-concrete-56078

Historisches

Beton selber existiert schon seit den Römerzeiten – u.a. im ca. 1900 Jahre alten Patheon. Das Material ist also schon mal recht langlebig.

Problematisch wird es mal wieder, wenn man “Abkürzungen” benutzt. Das ist in diesem Falle Stahlbeton. Er ermöglicht grazile und ausgefallenere Strukturen, weniger Betoneinsatz, etc. pp. – hat aber ein Problem wenn der Beton rostet, also durch Umwelteinflüsse, Baupfusch oder Risse Feuchtigkeit in die innen liegende Stahlstruktur vordringt. Dann rostet der Stahl, dehnt sich aus und erzeugt Risse in der Betonstruktur die schlecht oder nicht zu reparieren sind.

Das gleiche schreibt auch die Deutsche Bauzeitung (DB): “Beton ist kein Baustoff für Brücken!“. Der Artikel fasst die Entwicklung gut zusammen: “In der Antike baute man Brücken aus Stein, die oft auch heute noch, nach über 2 000 Jahren, bestehen und ihren Dienst tun. Im 19. Jahrhundert entstanden viele Brücken aus Stahl, die z. T. ebenfalls noch in Gebrauch sind. Im 20. Jahrhundert jedoch wurde der Stahlbeton mehr und mehr zum Material der Wahl im Brückenbau. Man glaubte – wohl in Erinnerung an die antiken Steinbrücken – eine zeitgemäße Massivbautechnik gefunden zu haben, die ebenso dauerhaft zu sein versprach. Das stellt sich im 21. Jahrhundert nun als Irrtum heraus.

Probleme?

Die Probleme sind mannigfaltig, u.a. steht im DB Artikel: “Eine aktuelle Forschung an der TU Dresden kommt zum Ergebnis: Die sogenannte Spannungsrisskorrosion »kann zum schlagartigen Versagen von Spannbetonbauteilen führen. (…) Die Zeit bis zum vollständigen Durchreißen des Bauteils, also bis zum Versagen, kann zwischen Minuten und mehreren Jahrzehnten liegen“.

Teilweise beginnen die Probleme schon nach 10 Jahren – wie man an vielen Sichtbetongebäuden (nicht verputzter Beton) , wie z.B. dem Phaeno in Wolfsburg, sehen kann.

Aber auch der Klimawandel, höhere Temperaturen, mehr CO2 und Küstenstädte die mehr Überschwemmungen bekommen stellen Probleme für die Haltbarkeit der Stahlbetoninfrastruktur dar, wie dieser Artikel beschreibt.

Beton ist Ökologisch? – Nö….

Beton ist nicht ökologisch, Stahlbeton noch schlechter zu recyceln, die Haltbarkeit ist gering (teilweise keine 50 Jahre), etc. pp. – eine absolute Katastrophe. Die DB dazu: “Bei der Zementherstellung werden allein durch die verfahrensimmanente Abspaltung von Kohlenstoff aus dem Kalkstein und durch den massiven Einsatz von fossiler Energie in den gigantischen Tunnelöfen heute weltweit über 800 Mio. t des Treibhausgases CO2 in die Atmosphäre abgegeben. Damit ist die Betonindustrie mit ca. 10 % an den globalen Treibhausgas-Emissionen beteiligt.“. Im Vergleich dazu sind Stahlbrücken nachhaltiger, langlebiger und können auch besser recycelt werden. Ähnliches gilt auch für Gebäude

Was bedeutet das für die Zukunft?

In einer Zeit in der die Energie insgesamt weniger verfügbar wird bzw. zur Verfügung steht, das Wachstum endet und negativ wird – werden Staaten, Länder, Gemeinden und Städte nur noch eingeschränkt oder nicht mehr die Möglichkeit haben die alternde Stalhbetoninfrastruktur zu reparieren oder zu ersetzten.

Den ist nur eine Brücke einer strategisch wichtigen Bahnstrecke oder einer Autobahn spontan defekt – dann ist die gesamte Verbindung für Monate oder Jahre nicht mehr benutzbar. Nur mit genug Überschuss (Energie) kann frühzeitig mit der Reparatur, der Instandhaltung bzw. dem Bau einer neuen Brücke begonnen werden.

Dieser Beitrag wurde unter Infrastruktur abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.