LtG Wochenrückblick 2016-10-25

Aber es muss doch eine Lösung geben . . .

Tatsache ist: Es muss keine Lösung geben oder zumindest nicht zum notwendigen Zeitpunkt. Beispiel: Das größte Menschheitsproblem war im Mittelalter die Pest. Nehmen sie an, sie buttern das ganze damals zur Verfügung stehende Geld in die Forschung gegen die Pest. Es wäre nichts dabei herausgekommen, weil man technologisch noch so weit weg von einer Lösung war.

Was braucht es dann?

Eine Wunderwuzzi-Technologie, um unter den Produktionskosten der fossilen Energieträger zu bleiben.

“Our analysis indicates that once the contraction period for oil extraction begins, price dynamics will accelerate the decline in extraction rates: extraction rates decline because of a decrease in profitability of the extraction business.

“After 2020, we anticipate that non-OPEC oil extraction will fall more rapidly because of the cuts in capital expenses that have taken place in the last two years and accumulated debt of the oil extraction industry [21].  This will cause tension between the extraction industry and the financial sector as they grapple with ways to pay off debt and maintain extraction levels (inter-elite competition).  In any  case whether it  is investors  or extractors,  this will  cause increased  social mobility, mostly downward which will put downward pressure on oil prices.”

“Also in effect the see lower and lower oil prices, except some short lived spikes.”

  • Ein Artikel bei Gail Tverberg (Outfiniteworld.com) , in dem Sie beschreibt warum die Ölpreise niedrig bleiben werden (“Why energy prices are ultimatly headed lower and what the IMF missed”) und ggf. noch weiter sinken werden: https://ourfiniteworld.com/2016/10/11/why-energy-prices-are-ultimately-headed-lower-what-the-imf-missed/ – Das ganze geht überein mit der aktuell wieder stark in den Gang gekommenen Diskussion über das ETP-Modell bei peakoil.com, wobei Gail Tverberg nicht viel vom ETP-Modell hält, weil es Ihrer Meinung nach viele finanzielle und wirtschaftliche Feedback-Mechanismen nicht berücksichtigt (was es meiner Ansicht nach aber dennoch implizit macht).
  • Das Low-Tech Magazin schaut mal auf das Thema PV und ob das nachhaltig ist (inkl. Speicherung, Technologie, Solare Einstrahlung – gerade in den nördlichen Industriestaaten): http://www.lowtechmagazine.com/2015/04/how-sustainable-is-pv-solar-power.html – und kommt zu einer sehr differenzierten Betrachtungsweise bezüglich Produktions- und Aufstellort sowie einer ‘nachhaltigen’ Kapazitätsaufstockung.

Sollten die Trajektorie der niedrigen Ölpreise weiter bestehen bleiben wie es Gail, das Paper von Illig und Schindler sowie auch das ETP-Modell prognostizieren denke ich, das und nicht mehr viel Zeit bleibt bis sich drastische Auswirkungen in der Wirtschaft und im Finanzsystem manifestieren. Später kommt dann noch der energetische Nach- bzw. Minusschlag, wenn das Angebot an physischen Öl sinkt, weil nichts in die Exploration investiert wurde (bzw. preisbedingt nicht mehr kann). Ggf. ist das dann aber irrelevant, weil nach ETP und Gail schon vorher durch eine (Wirtschafts-)Krise die Nachfrage noch mehr eingebrochen ist.

Das Problem ist eben auch, das wenn die Schulden der Öl- und fossil investierten Konzerne und Industrien ggf. nicht mehr rückzahlbar bzw. bedienbar sind, weil Investitionen im Billionen € Bereich abgeschrieben werden müssen  – es ganz gewaltig im Finanz-Gebälk krachen dürfte. Also nicht, das es das mittelfristig nicht sowieso machen würde – aber dieser Krisenverstärker macht es dann noch schwieriger in die ‘Alternativen’ zu investieren – welche das auch immer sein mögen…. und das sogar in zwei Dimensionen: Der energetischen Dimension und der finanziellen Dimension (welche natürlich zu großen Teilen auf der energetischen Dimension basiert).

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2 Kommentare zu LtG Wochenrückblick 2016-10-25

  1. Danke für die interessanten Links.

    Ansonsten:
    [quote] das es meiner aktuellen Ansicht nach faktisch keine Handlungsoptionen gibt, die den Status-Quo unserer Lebensweise „in die Zukunft“ retten können.[quote/]
    Nur weil wir den Status-Quo unserer heutigen Lebensweise nicht aufrecht erhalten können (da bin ich auch absolut sicher), und weil uns unserer System voraussichtlich sehr viel schneller um die Ohren fliegen wird, als das die allermeisten glauben, wird das aber weder das Ende der Welt noch das Ende der Menschheit und ihrer Geschichte bedeuten.
    Das Leben wird weiter gehen und wir haben, auch wenn vieles von Zufällen abhängen wird, schon noch jede Menge Einfluss darauf wie es weitergehen wird und auch darauf für wie viele es weitergehen wird.
    Am Schluss von http://www.freizahn.de/2016/10/kriegsaengste-energiepreise-nationalismus-und-mehr-im-oktober-2016/ gibt es einige Literaturhinweise von J.H. Kunstler und J.M. Greer, die wie beide recht gut und ausführlich darüber nachgedacht haben wie das Leben weitergeht wenn unsere Industriegesellschaft kollabiert ist.
    Sehr gut und durchaus motivierend sind sicher auch die Vorträge von Nate Hagens und von John Jeavons (beide jeweils einfach auf youtube eingeben).

  2. Nachtrag: Allan Savory habe ich vergessen sein.

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