LtG Wochenrückblick 2016-11-27

So, diese Woche nicht allzu viel neues – zwar gibts bei Energy Matters einiges, aber das alles ist nicht unbedingt in meinem Fokus.

  • Mal wieder ein hervorragender Artikel bei Gail Tververg: The Energy Problem behind Trumps election: https://ourfiniteworld.com/2016/11/17/the-energy-problem-behind-trumps-election – hier geht Frau Tverberg in sehr verständlicher Weise und mit Tiefgang in die Thematik der Energie, der Komplexität und der Produktivität ein. Sie erklärt wie die Komplexitätssteigerung unsere energetischen Probleme kompensiert hat – nun aber selber gegen Grenzen stößt, was die Globalisierung in diesem Kontext bedeutet (hat), was es bedeutet wenn Energie immer teurer wird (u.a. PV, Wind), wo wir aktuell stehen, was die ‘Lösungen’ von Trump sind und was Sie in diesem Kontext bedeuten bzw. welche Probleme diesen gegenüberstehen.

Ansonsten noch ein bisschen Kleinkrams – abseits der 20 Grad Temperaturanomalien in der Arktis und den abschmelzenden Eis. Aber die Klimawandel ist sowieso eingebacken – spannend ist da höchstens die Entwicklung und ob es so kommt – oder schlimmer – als vorhergesagt.

  • Scribbler dazu wie der Amazonas zur CO2-Quelle anstatt zur Senke wird: https://robertscribbler.com/2016/11/18/rates-of-hothouse-gas-accumulation-continue-to-spike-as-the-amazon-rainforest-bleeds-carbon/ –  Wie auch immer man zum Mensch gemachten Klimawandel steht – das abholzen und verbrennen kompletter Regenwälder kann nicht ohne Konsequenzen für das (globale) Klima sein!
  • Schwachsinn im Quadrat: Der Guardian meldet das geschützte Wälder in Europa abgeholzt werden um die EE-Ziele der EU zu erreichen: https://www.theguardian.com/environment/2016/nov/24/protected-forests-in-europe-felled-to-meet-eu-renewable-targets-report – So etwas passiert wenn Ziele ohne Sinn und Verstand gemacht werden und da dann noch Strafen bzw. finanzielle Anreize (Subventionen) mit rein spielen. Das ist dann noch dümmer als die ganze Subventionierung von (Off-Shore) Wind und PV – denn niemand hat in PV & Wind investiert – sondern in die Subventionszahlung, welche ein vielfaches des zu erzielenden Strompreises ausmacht! Und dieser Zappelstrom verursacht dann weitere Probleme, die noch mehr Folgekosten haben, die dann wieder mit Technik behoben werden muss die weitere Ressourcen benötigt.
  • Wer noch Lust auf katastrophige Klima-Podcasts hat, den verweise ich hier noch mal auf Episode 8 und 9 von “Schneller als Gedacht”: http://www.xwer.de/sag – den Podcast über den “Abrupten Klimawandel” der den Ideen von Guy McPherson folgt, den ich auch in meinem Buchprojekt als Quelle benutzt habe. McPherson trägt viele gute Punkte zusammen – steht aber mit seiner Gesamtsynthese am wirklich katastrophigen Rand des Klimaspektrums. Da er keine Lösung sieht – ist mein (persönlicher) Schluss: Man sollte sich nicht unbedingt mit dieser Thematik belasten. Die anderen Interviewten (Wadhams, Hynes, Carana) haben ähnlich kritische Sichten wie McPherson.
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8 Kommentare zu LtG Wochenrückblick 2016-11-27

  1. Ranma sagt:

    Ich habe LimitsToGrowth.de über einen Link im Weltenwende-Forum gefunden, wo jemand behauptete, daß wir bald aufgrund von Energiemangel wieder in vorindustrielle Zeiten zurückfallen würden. Wird die Meinung hier allgemein geteilt? Vorerst finde ich nämlich nichts, was darauf hinweist. Wird Energiemangel mit einem Erdölmangel gleichgesetzt? Unsinnig, nicht wahr?

    Was ich hier bisher gefunden habe, ist die Aussage, daß die Populationsentwicklung der Welt das größte Problem überhaupt sei. Das ist eine ziemlich absurde Aussage angesichts der Tatsache, daß die Populationsentwicklung der Welt eine völlig unbekannte Größe ist, abgeleitet aus den unzuverlässigsten Statistiken, die es auf der Welt gibt! Nichtmal die Bevölkerungszahl einer einzigen Favela in Brasilien ist bekannt. Stattdessen werden die Zahlen nur grob geschätzt. Asiatische Länder haben jahrhundertelange Traditionen im Fälschen von Statistiken. Das ist nur die Spitze des Eisberges. Wieso wird etwas völlig unbekanntes zum Problem hochstilisiert?
    Ranma

  2. hc sagt:

    @Ranma

    Ist ist nicht der “Energiemangel” perse, sondern der Mangel an “Billiger Energie” – also Energie an die sehr einfach ran zu kommen ist und die sehr versatil ist – also z.B. saudiarabisches Öl, nicht aber Tiefseeöl, Fracking, PV & Co.

    Wie auch in den Artikeln hier beschrieben wird Erdöl nie ausgehen – es wird ab einem Punkt nur keinen Sinn mehr machen es zu fördern da der Ertrag die Aufwände nicht deckt.

    Zur Populationsentwicklung: Ja, das ist das größte und dringlichste Problem. Dabei geht es auch nicht um die zukünftige Entwicklung, sondern das die 7,5 Milliarden Menschen schon heute viel zu viel für eine mittelfristig noch stabile Entwicklung sind, da Sie die natürlichen Ressourcen massivst übernutzen.

    Mit einer Milliarde Menschen hätten wie noch mehr Spielraum – mit 7,5 Milliarden nicht mehr.

  3. Ranma sagt:

    „Billige Energie“ ist ein mittlerweile schon altes Problem. Seit das als Problem erkannt wurde, sind die Preise bereits massiv gestiegen. Trotzdem ist nicht alles zusammengebrochen. Also ist das Problem garnicht so schlimm. Zum einen wird sehr übertrieben. Zum Beispiel bei der Knappheit der Erdölvorkommen, von denen nach Beginn der Panikmache noch einige entdeckt wurden. Zum anderen ist es natürlich Quatsch Energie mit Erdöl gleichzusetzen. Sonnenenergie steht immer billig zur Verfügung.

    Darüberhinaus gibt es noch die Möglichkeit, sich etwas intelligenter zu verhalten und nicht sämtliche Energie erst in elektrische Energie umzuwandeln, der einzigen bei der das Speicherproblem nicht gelöst ist, die Energie als Elektrizität überall hin zu transportieren (meist als Wechselstrom, der einen induktiven Widerstand hat und so den Transportverlust sogar gegenüber Gleichstrom erhöht) und dort dann in die jeweils benötigte Energieform zurückzuverwandeln. Dadurch summieren sich Transportverluste, Speicherverluste und die Verluste durch mindestens zwei Umwandlungen von denen mindestens eine immer überflüssig wäre, zöge man intelligentes Verhalten in Betracht. Das System kann zwar keiner im Alleingang ändern, aber schon die Funktionsweise des Systems ist ein deutlicher Hinweis darauf, daß Energie viel zu billig ist und ein Ende billiger Energie nicht abzusehen.

    Die Zahl von 7,5 Milliarden Menschen ist pure Spekulation. (Allerdings ist es wahrscheinlicher, daß die Zahl konservativ geschätzt und die wirkliche Zahl viel höher ist.) Es gibt sehr viele Ressourcen auf der Erde, die nicht übernutzt, sondern eher garnicht genutzt werden. Sonnenergie führt da nach wie vor die kaum genutzten Ressourcen an. Übernutzung von Ressourcen gibt es nur an Orten, an denen eine große Zahl Menschen auf zu engem Raum zusammengequetscht werden. Solche Ballungsgebiete gibt es zwar viele, aber der größte Teil des Planeten ist immernoch völlig menschenleer. Außerhalb der Ballungsgebiete regenieren sich sämtliche natürlichen Ressourcen. Außerdem ließe sich noch anführen, daß die Sonne täglich weitere Energie schickt, egal wieviel davon genutzt wird. Wiederum könnte man sich intelligenter verhalten und nicht eine Unmenge an Menschen in Ballungsgebieten zusammenquetschen. Allerdings gibt es viele Menschen, die auch noch freiwillig versuchen, sich in ein dichtes Ballungsgebiet hineinzuquetschen, sobald sie so eines entdeckt haben. Intelligenz ist die einzige Ressource, die dem Menschen fehlt!
    Ranma

    • hc sagt:

      Bei “Billiger Energie” ging es mir nicht um den Preis, sondern um energetisch einfach zu hebende Energieträger die ausreichend Exergie zur Verfügung stellen -> ERoEI -> http://limitstogrowth.de/eroei/. Sonnenenergie ist zwar da, ist aber diffuse Energie, ist wenig konzentriert, nicht so versatil wie Kohle, Öl oder Gas, “Zappelenergie” und schlecht speicherbar, viel Aufwand sie zu Sammeln – wenn es nicht nur Wärme sein soll.

      Wäre Energie “teuerer” dann hätte unsere Weltwirtschaft schon heute ein Problem! Mehr erläutere ich (indirekt) im ETP-Beitrag: http://limitstogrowth.de/etp-modell/. Aber wenn das ETP-Modell zutrifft, dann brauchen wir uns viele andere Sorgen nicht mehr zu machen – das ist das schöne daran 🙂

      Ob es nun 5 oder 8 Milliarden sind – die Tragfähigkeit ohne Rückgriff auf die Fossilen war nie mehr als 1 Milliarde – und das selbst schon mit massiven Raubbau an den Ressourcen wie dem Wald. Viele Wissenschaftler nehmen 500 Millionen Menschen als maximale Tragfähigkeit der Erde an…. aber dann auch nicht mit dem Lebensstandard der OECD…. sondern viel weniger….

      Mehr Diskussion dazu gibts gerade bei peak.oil.com: http://www.peak-oil.com/2016/11/pkw-produktion-ein-zukunftsmodell-fuer-deutschland/. Die Beiträge bei Gail Tverberg sind sehr zu empfehlen oder das Video hier von Nate Hagens: https://www.youtube.com/watch?v=-EMlDuNH59c – es gibt viel Material. Das Buch End Of More fand ich auch ganz gelungen: http://limitstogrowth.de/2016/11/26/buchempfehlung-the-end-of-more/ ansonsten einfach mal bei Peak-Oil.com lesen – die Kommentare da sind teilweise sehr, sehr lesenswert – insb. von Hendrick Altman und Stefan Wietzke.

  4. Ranma sagt:

    „Bei „Billiger Energie“ ging es mir nicht um den Preis, sondern um energetisch einfach zu hebende Energieträger die ausreichend Exergie zur Verfügung stellen -> ERoEI -> http://limitstogrowth.de/eroei/.“

    Natürlich ist es ein Schmarrn Erdöl und Energie gleichzusetzen. Erdölförderung ist energetisch aufwendig. Uranförderung übrigens auch. Wären diese Dinge nicht eigentlich völlig unnötig, dann wäre die Welt tatsächlich in einem hoffnungslosem Zustand. Wie gut, daß diese Methoden eigentlich doch völlig unnötig sind.

    „Sonnenenergie ist zwar da, ist aber diffuse Energie, ist wenig konzentriert, nicht so versatil wie Kohle, Öl oder Gas, „Zappelenergie“ und schlecht speicherbar, viel Aufwand sie zu Sammeln – wenn es nicht nur Wärme sein soll.“

    Das größte Problem an der Sonnenenergie ist tatsächlich, daß sie diffus ist. Aber wir haben hier gleich doppelt großes Glück. Zum einen wurde Energie bereits in die Förderung von weiterer Energie investiert. Also ob man ohne die Nutzung fossiler Energie Solarzellen hätte herstellen können, das ist völlig irrelevant, weil Solarzellen bereits produziert wurden. Es ist doch albern, daraus jetzt noch ein Problem konstruieren zu wollen. Zum anderen verwendet man doch auch fossile Energie „nur“ für Wärme. Vom altmodischsten Kohlekraftwerk bis zum modernsten Atomkernspaltungskraftwerk wird aus den Energieträgern immer erstmal Hitze freigesetzt! Danach geht es auch immer in der gleichen Reihenfolge weiter, über Dampf, Rotation bis zu Elektrizität. Der Wirkungsgrad läßt sich immer aus dem Temperaturunterschied zwischen Hitzereservoir und Kältereservoir berechnen. Gerade dann, wenn es nicht nur Wärme sein soll, gibt es keine Alternative zur Solarenergie!

    „Ob es nun 5 oder 8 Milliarden sind – die Tragfähigkeit ohne Rückgriff auf die Fossilen war nie mehr als 1 Milliarde – und das selbst schon mit massiven Raubbau an den Ressourcen wie dem Wald. Viele Wissenschaftler nehmen 500 Millionen Menschen als maximale Tragfähigkeit der Erde an…. aber dann auch nicht mit dem Lebensstandard der OECD…. sondern viel weniger….“

    Würde jeder wie ein Durchschnittsnordamerikaner leben, dann gäbe es nicht genügend Ressourcen auf der Erde. Aber das machen nichtmal die meisten Nordamerikaner. Würde jeder auf der Erde wie ein Durchschnittseuropäer leben, dann wäre der Ressourcenverbrauch schon viel geringer, aber es würde trotzdem vorne und hinten nicht reichen. Aber auch die meisten Europäer machen das nicht. Niemand braucht den Lebensstandard, mit dem die OECD die Ressourcen künstlich knapp rechnet!!! Zehnmilliarden Menschen trüge die Erde ohne Schwierigkeiten. Wahrscheinlich trägt die Erde bereits so viele und die einzigen Probleme dabei entstehen dadurch, daß ein paar wenige Reiche sich wirklich alles herausnehmen können. Von den sozialen Schichten (also ungefähr neunundneunzig Prozent der Erdbevölkerung), die schon bisher kaum etwas von den Ressourcen der Erde verbrauchen, noch weniger Verbrauch zu verlangen ist ein völlig absurder Lösungsansatz!

    „Mehr Diskussion dazu gibts gerade bei peak.oil.com:“

    Peak-oil.com gibt es also noch. Ist nur noch schnarchnasiger geworden. Lese ich nicht mehr. Warum muß man ausgerechnet den Leuten, die sich mit Problemen der Energieversorgung befassen, trotzdem noch so einfache Grundlagen erklären wie zum Beispiel wie ein Kohlekraftwerk funktioniert???
    Ranma

    • hc sagt:

      Ich weiß nicht wohin Sie mit Ihren Kommentaren steuern möchten oder was für Fragen Sie eigentlich haben.

      Wenn Sie im Glauben sind, das die Erde 10 Milliarden tragen kann und das Sonnenenergie all unsere Energiebedürfnisse nachhaltig befriedigen kann – dann ist doch für Sie alles gut.

      Wenn Sie der Meinung sind, das die 99% der angeblichen “Wenigverbraucher” – also auch Sie (falls Sie nicht zu den 80 Millionen Top-Verdienern der Erde gehören) auf diesem Weg nichts ändern müssen – dann ist das doch auch gut für Sie.

      Wenn Sie die Links von meiner letzten Antwort bzw. die Daten und Fakten die auf dieser Webseite vorgebracht wurden gar nicht gelesen und sich damit beschäftigt haben – dann ist das auch o.k. für mich, denn es ist ja Ihre Zeit, aber ich verstehe das Ziel Ihrer Kommentare noch weniger. So empfinde ich auch die undifferenzierte Abwertung der meiner Ansicht nach sehr guten Diskussionen & Beiträge bei peak-oil.com im Kontext meiner letzten Antwort als wenig Hilfreich.

  5. Ranma sagt:

    „Wenn Sie die Links von meiner letzten Antwort bzw. die Daten und Fakten die auf dieser Webseite vorgebracht wurden gar nicht gelesen und sich damit beschäftigt haben – dann ist das auch o.k. für mich, denn es ist ja Ihre Zeit, aber ich verstehe das Ziel Ihrer Kommentare noch weniger.“

    Bis vor ungefähr zehn Jahren war ich noch selbst von der Panikmache mit Peak-Oil angesteckt. Seitdem ist die Welt jedoch nicht untergegangen. Stattdessen habe ich inzwischen Peak-Oil und Ähnliches als die Wahnvorstellungen erkannt, die sie sind. Samuel Clemens (bekannter unter dem Namen Mark Twain) stellte während eines Deutschlandaufenthaltes fest, daß man Soldaten in einen „war“ oder wenigstens „battle“ schicken müsse, weil doch niemand bereit wäre auf so etwas Langweiligem wie einem Schlachtfeld freiwillig für nichts und wieder nichts zu sterben. Der berühmte Schriftsteller hatte also bereits erkannt, daß man „buzz words“ braucht, um wenigstens etwas Panik zu verbreiten, aber sich die deutsche Sprache nicht dafür eignet die zu liefern. Heute sagt genau darum keiner der Panikmacher korrekt „Überschreitung des durchschnittlichen globalen Ölfördermaximums“, sondern immer muß das Buzz-word „Peak Oil“ verwendet werden. Schließlich hätte niemand Angst davor, daß das durchschnittliche globale Ölfördermaximum überschritten wird, was sowieso schon ungefähr zur Jahrtausendwende passiert ist. Genau das will ich erreichen: Daß niemand mehr durch die Beschäftigung mit diesem Randthema in die Panik verfällt, in die es mich mal verfallen ließ.

    Auf intellektueller Ebene ist das Thema der globalen Energieversorgung durchaus noch interessant. Wenn man es aber nur sachlich diskutiert, dann kommt man immer nur zu dem Schluß, daß es für irgendwelche wirklichen Veränderungen am politischen Willen fehlt. Die Politik drischt da gerne auf „Wenigverbraucher“ (eigentlich braucht der Begriff keine Anführungszeichen) wie mich ein, aber was kann das schon bringen?
    Ranma

    • hc sagt:

      “Genau das will ich erreichen: Daß niemand mehr durch die Beschäftigung mit diesem Randthema in die Panik verfällt, in die es mich mal verfallen ließ.”

      Wenn das Ihr persönliches Anliegen ist, dann sind Sie hier in diesem Blog (das faktisch nicht frequentiert wird) sicher nicht an der richtigen Stelle – um eine Wirkung in Ihrem Sinne zu erzielen. Auch wenn Sie über diese Thematik in Panik verfallen sind/waren – dann ist das Ihre individuelle Reaktion. Andere Menschen tun dieses über SAARS, Grippe & Co. Wichtig finde ich in diesem Zusammenhang das man über sich selber lernt und reflektiert – schaut woher die “Urangst” eigentlich kommt – welche (gelernten) Muster (z.B. aus der Kindheit) hier greifen bzw. ablaufen.

      Auch bringen Sie meiner Sicht nach zwei Dinge Durcheinander: Dies Blog heißt “Limits To Growth” (LtG) und nicht “Peak-Oil”. Und bezüglich der LtG fahren wir immer weiter in die Übernutzung der Welt. Die Evidenzen dafür sind überall zu sehen, zu lesen und nicht weg zu diskutieren.

      Zum Peak-Oil: Alles ist gut – das was vor 10 Jahren als Theorie formuliert wurde (in einem sehr kleinen Kreis abseits des Mainstreams) hat sich weiterentwickelt – wie das so eben mit dem Wissen ist: These, Antithese, Empirie, Anpassung der These, etc. pp. Heute ist klar das es nicht an der physischen Verfügbarkeit von Öl scheitern wird, sondern an dem netto-energetischen Überschuss der zur Verfügung steht – für eine immer noch wachsende Population. Aber das war mit dem Konzepten des ERoEI auch implizit schon damals klar – nur muss es auch in Worten und Konzepten besser ausgedrückt werden. Auch ist die Interaktion Energie, Geld/Kredit, Wirtschaft vielen viel klarer geworden.

      Aber auch vor 10 Jahren wurde nicht das sofortige Ende der Welt ausgerufen, genauso nicht wie bei der LtG Studie in den 70ern! Was (bisher) immer gesagt wurde ist das wir ab den 20er bzw. den 30er Jahren dieses Jahrhunderts zunehmend ernste Probleme bekommen werden. Was Sie daraus persönlich machen – Angst, Lebenswillen, Veränderung, mehr / besser / anders Leben – das ist eine individuelle Sache. Mir hat diese Thematik u.a. ungemein geholfen andere Wege zu gehen als ich es sonst wohl gemacht hätte – ich würde nichts ungeschehen machen wollen!

      “Die Politik drischt da gerne auf „Wenigverbraucher“ wie mich ein, aber was kann das schon bringen?

      Wenn Sie in Deutschland leben und nicht gerade Obdachlos sind, dann sind Sie global gesehen ein Vielverbraucher – wie auch ich. Alles andere ist sich in die Tasche Lügen. Egal wie viel irgendwer individuell in DE sparen mag – die graue Energie die hier für jeden mit läuft ist höher als das was den untersten 5 Milliarden im Schnitt am Tag insgesamt zur Verfügung stehen mag.

      Das ganze wird aber die nächsten Jahre nicht besser werden. Renten werden Sinken, der gesundheitliche Standard wird deutlich reduziert werden, die Sozialsysteme werden runter gefahren werden und der Niedriglohnsektor wird sich von 22,5% (was so ziemlich die “EU-Spitze” ist) weiter ausdehnen. Dahinter steht die Energie… Der Franzose hier hat es verstanden: https://www.youtube.com/watch?v=Fb_GNIa2joE (aus den Videoseite hier im Blog).

      Damit verabschiede ich mich aus dieser Diskussion & wünsche Ihnen alles Gute auf Ihrem persönlichen Wege die schöne Zeit im energetischen Überfluss – die wir jetzt noch haben – zu genießen!

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