LtG Wochenrückblick 2016-12-25 & Möglichkeitsraum

Banksy in London

So mal wieder was hier im Blog. Etwas ruhig geworden – momentan habe ich andere Themen und irgendwie ist für mich das LtG Ding (momentan) ziemlich durch…  Einen Beitrag bei Energie, Produktivität und Erntefaktor habe ich zwar noch in Vorbereitung… aber um das Ding fertig zu machen brauche ich viel Muße – und da lese ich aktuell lieber Hermann Hesse 🙂

Autonomie und Möglichkeitsraum

Eine Perle aus dem Kommentar-Thread bei peak-oil.com zu meinen (Gast-)Artikel bez. der Zukunft der PKW-Produktion in Deutschland fand ich so gut – ich möchte hier einige Teile davon wieder geben:

“Alle Technologien die sich durchsetzen haben eins gemeinsam: Sie erhöhen unsere Autonomie und damit unseren Möglichkeitsraum. Das aber ist nichts anderes als die Definition von Fortschritt und Zivilisation. Jede “Reduktion” schränkt diesen Möglichkeitsraum ein und fährt den Zivilisationsgrad zurück.” (Stefan Wietzke)

Tja und was fällt mir da zur eMobilität ein? Teurer und weniger Möglichkeitsraum! Wo bitte soll bei den (aktuellen) Dingern die Attraktivität für einen potentiellen Kunden her kommen? Wer soll das warum freiwillig kaufen oder antun? Ich meine jetzt nicht so ein Luxus-Spielzeug wie einen Tesla, sondern das was es für ‘kleines Geld’ gibt’, so wie z.B. einen eUp oder einen eGolf… hüstel 😉

Und da die Batterietechnologie aktuell bis 2030 nicht viel Neues verspricht (meint, das alles 2-4 mal besser oder billiger wird), gehe ich davon aus das es auch weiterhin auf absehbare Zeit keine individuelle und massenmarktfähige eMobilität in Form des bekannten Pkw-Konzeptes geben wird. Die Akkus müssten dafür dann auch mal 10-20 Jahre ohne deutlichen Leistungseinbruch überdauern – aktuell ebenfalls ein frommer Wunschtraum.

Das ganze ist für mich eine riesige Hoffungsblase die erzeugt wird um den Menschen nicht die Wahrheit sagen zu müssen – welche für die Zukunft so lautet wie im oben stehenden Bild beschrieben. Zudem: In Deutschland (und auch anderswo) ist nicht absehbar woher der ‘CO2-Neutrale Strom’ her kommen soll. Weiterhin wären für eine millionengroße E-Flotte auch riesige Investitionen in die Stromnetze und Schnelladetankstellen bis 120KW nötig. Sollten die Batterien aber noch größer werden, gerne auch mehr. Und zuhause sind solche Sachen komplett unwirtschaftlich – falls überhaupt möglich.

Manchmal frage ich mich bis zu welcher Ebene in Regierung und bei den Pkw-Herstellern der Selbstbetrug geht – und wo die Klarseher und Klardenker sitzen?

Möglichkeitsraum <= Lösungsraum

In einem sehr guten Beitrag hat Nicole Foss (Automatik Earth Blog) vor knapp über einem Jahr mal einen Artikel mit der Überschrift “Die Grenzen und die Zukunft des Lösungsraums” geschrieben. Im Kontext mit dem oben stehenden Kommentar finde ich das dann sehr spannend.

Ansonsten zum kleinen Überblick:

  • In dem Kontext ist auch noch ein Artikel über Ferdinand-Porsche-Enkel Ernst Piech interessant: http://www.n-tv.de/wirtschaft/Ernst-Piech-aetzt-gegen-Volkswagen-article19358411.html – in dem er u.a. sagt: „Wir brauchen vernünftigere Lösungen. Das Auto ist am Ende. (…) Wir können nicht weiter solche Blechhalden produzieren.“ sowie „Was aus der Steckdose kommt, ist noch dreckiger, als was aus dem Auspuff kommt.“ und ganz am Ende ist auch noch mal was ganz richtiges – meiner Ansicht nach.. hat mit Wahn zu tun 😉
  • Ein neuer Beitrag bei Gail Tverberg zu den ERoEI Kalkulationen in Bezug auf PV und warum diese Werte / Zahlen irreführend sind – insb. wenn Sie mit Nicht-Zappelstrom oder Fossilen Energieträgern verglichen werden, welche Ihre Speicher mitbringen: https://ourfiniteworld.com/2016/12/21/eroei-calculations-for-solar-pv-are-misleading/
  • Ein tolles Video von Nate Hagens, das in knapp über eine Stunde unser ganzes Dilemma erklärt in dem wir uns befinden und der zudem gleichzeitig über die meisten Fehler bzw. Irreführungen in den ‘üblichen’ Schlussfolgerungen aufräumt. Das schöne am Video: Nate endet den Vortrag mit einen positiven Appell an die jetzt junge Generation, der meiner Ansicht nach im Rahmen der Realitäten liegt:

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