Rudert Tesla bei der Garantie für Batterien zurück? – was bedeutet das?

Petersen von InvestorIntel hatte ich bereits im Artikel zur Gigafactory verlinkt. Nun hat er einen neuen Artikel “Tesla Energy’s Incredible Shrinking Powerwall Warranty” – in dem die geänderten Garantiebedingungen von Tesla besprochen werden.

Neue Garantiebestimmungen für Teslas Powerwall

Nach dem Artikel hatte Tesla bis vor kurzem die prozentuale Kapazität der Akkus die nach n Jahren bzw. x MWh Nutzungskapazität noch da sein müssen, damit die Batterie noch als “o.k.” gilt genau spezifiziert. Petersen gibt an:

  • >85% bei a) <4MWh Nutzung oder b) bis zu 2 Jahren Alter ab Installation
  • >72% bei a) <9MWh Nutzung oder b) bis zu 5 Jahren Alter ab Installation
  • >60% bei a) <18MWh Nutzung oder b) bis zu 10 Jahren Alter ab Installation
  • Bei a) oder b) was immer zuerst eintreten mag

Nun heißt es nach Petersen und Tesla in den neuen Garantiebestimmungen recht unscharf u.a.:

“In addition, this Limited Warranty does not cover (a) normal degradation of your Powerwall’s energy capacity over time; (b) normal wear and tear or deterioration, or superficial defects, dents or marks that do not impact the performance of your Powerwall;….”

aber Konkret zugesicherte Kapazitäten gibt es nicht mehr.

Meine (persönlichen) E-Bike Erfahrungen mit LiMn

Das ganze spiegelt daswieder was ich auch selber mit meinen LiMn Zellen von Panasonic (Tesla-Zulieferer) in meinem (Selbstbau) E-Bike erlebt habe: Nach 3-4 Jahren geht die Performance des Akkus deutlich in die Knie. Anscheinend je schlimmer je mehr der Akku a) voll geladen gelagert wurde, b) je mehr er entladen wurde, c) je mehr Hochstrom abgerufen wurde und d) je höher die Umgebungstemperatur bei Betrieb oder Lagerung war.

Hört sich fast so an, also sollte man den Akku gar nicht nutzen damit er nicht schlechter wird? – So ungefähr 😉

Was kann man für den (LiMn) Akku konkret tun?

In diesem Blog findet sich so auch ein interessanter Artikel mit vilen Daten, Kurven und Analysen zum Leistungsverlust der LiMn Zellen (ungefähre Basistechnologie auch für Tesla) im Nissan Leaf über die Zeit und angesichts der Umgebungs- und Nutzungsbedingungen.

Als Empfehlung geht daraus hervor:

  • Ladezustand bei 30-40% halten – wenn auch immer möglich. Erst auf  80% oder 100% kurz vor einen längeren Fahrt aufladen.
  • Entladung klein halten –  Beispiel:  Zwei Zyklen von 60% auf 30% anstatt ein Zyklus von 90% auf 30%.
  • Wärme (Hitze, direkte Sonneneinstrahlung) meiden!
  • Möglichst verhalten beschleunigen und langsam / effizient fahren:
    • Erzeugt weniger Abwärme im Batterie-Pack.
    • Reduziert Ladezyklen.

Alles zusammen sicher ein deutlicher Komfortverlust für ein BEV.

Fazit

Ich bin mal gespannt was aus Teslas (und anderen) E-Fahrzeugen wird – wenn diese mit aktuell besserer Garantie mal 5 Jahre alt werden und die Kapazitätsverluste transparenter werden. In den ersten Jahren kann das Batteriemanagement noch gut mit den eingeplanten Reserven arbeiten. Irgendwann sind diese aber verbraucht. Und auch Ein Akku der nur noch 70.80% der ehemaligen Kapazität liefert kann (bei geringer Basiskapazität) nervig werden – was ich von meinem E-Bike her kenne.

Dem Leaf-Artikel nach dürften ältere E-Fahrzeuge in Zukunft ein beträchtliches ökonomisches Risiko darstellen bzw. massiv im Wiederverkaufspreis verlieren – denn ein (großer) Ersatz-Akku für ein BEV ist nicht billig. Zumindest bei LiMn (basierender) Chemie und so lange bis sich die Batterietechnik nicht weiter verbessert.

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