Europa “hat fertig”: BASF baut Produktion in Deutschland PERMANENT ab!

BASF-Werk. Quelle: Pixabay

NaturalNews (hier auch als Podcast) meldet in Verweis auf eine Artikel in der Financial Times (“BASF to downsize ‘permanently’ in Europe”), das BASF (einen Teil) seiner Produktion in Deutschland permanent nach China (und anderswo) verlegen wird. Die Gründe sind mannigfaltig, u.a. die Energiepreise, aber auch immer strengere Regulierungen. Aus dem NN-Artikel:

“The European chemical market has been growing only weakly for about a decade [and] the significant increase in natural gas and power prices over the course of this year is putting pressure on chemical value chains,” chief executive Martin Brudermüller said on Wednesday.

Brudermüller said the European gas crisis, coupled with stricter industry regulations in the EU, was forcing the company to cut costs in the region as quickly as possible and also permanently”.

Angesichts der (vom “Westen”) zerstörten NS2-Erdgaspipelines und vieler anderem an selbstzerstörerischen politischen sowie ökonomischen Entscheidungen der DE/EU-Polit-Kaste, ist die BASF wohl zu dem Schluss gekommen, dass sie nicht länger in Europa tätig sein kann bzw. zunehmend Teile der Produktion verlagern möchte. Zu allem gesellt sich ja noch ein regelrechter Todeskult von Klimaverrückten in Europa und speziell in der BR(in)D.

Das ganze ist nicht neu und auch kein “Wink mit dem Zaunpfahl” an die Politik, denn den gab es von BASF CEO Brudermüller bereits im Frühjahr 2022. Dort wurde angekündigt,  das wenn nicht genug Gas da ist, der Standort D stillgelegt wird. Leider hatte sich schon damals keiner gerührt.

Die Implikationen dieser Nachricht sind so mannigfaltig und brutal, ich mag es gar nicht abschätzen können. BASF stellt einfach so viel her, von Vor- bis hin zu Endprodukten, wobei die Produktionsprozesse voneinander stark abhängig und in sich vernetzt sind, dass letztendlich nicht nur “ein bisschen” verlagert werden kann. Das ganze ist ein gewachsenes Verbundsystem, wo für viele Bereiche gilt: Alles oder nichts. Dünger ist dabei noch “unsere” kleinste Sorge, denn das Werk in Ludwigshafen produziert ca. 40.000 verschiedene Chemikalien bzw. chemische und organische Verbindungen die Grundlage für “fast alles” sind.

Gleichzeitig macht sich Europa noch abhängiger von zukünftigen Importen, kann selber aber weniger “zum Tausch” anbieten bzw. exportieren. Der Wert einer Währung besteht jedoch auch aus dem Gleichgewicht der Handelsbilanz – mit Ausnahme des USD, welcher historisch seinen Wert u.a. darüber hat bzw. hatte, das eine Akzeptanz mit militärischer Macht sichergestellt wurde.

BASF kann bei allem nicht komplett unabhängig handeln. Der “Laden” ist so tief im weltweiten (Finanz-) Sumpf integriert, mit Beteiligungen von sehr großem Geld:

  • BlackRock Inc. ~ 5%
  • The Goldman Sachs Group, Inc. ~ 5,5%
  • Vanguard ~ 2,6% ?

Das meint: Ohne Zustimmung dieser zwei-drei Player geht aus meiner Sicht gar nichts. Es bedeutet, dass das “große Geld” bzw. die TPMB bzw. die “Eliten” – wie auch immer man “Sie” nennen mag, beschlossen haben, den nächsten Schritt in der Auflösung und Destabilisierung West-Europas einzuleiten. Das, was jahrelang vorbereitet wurde, kommt nun Schlag auf Schlag in einem “Feuerwerk der Ereignisse”!

Mein Fazit

BASF wird nicht der letzte Konzern sein. Alles was Energieintensiv ist wird aus meiner Sicht mittelfristig schließen oder weiter ziehen.  Kurzzeitige “Staatliche Hilfen” sind kontraproduktiv, weil Sie den Handlungsdruck GEGEN die Politik, welche die Probleme ja erst erzeugt hat, mindert. Die Firmen werden hingegen durch Inanspruchnahme der (“staatlichen”) Hilfen noch abhängiger von diesem, was wir ja schon die letzten 2,5 Jahre beobachten konnten.

Wenn z.B. VW ab ca. 2033/34 in der EU nur noch E-Autos anbieten will, dann muss auch VW demnächst in Deutschland Arbeitsplätze abbauen bzw. schließt hier gleich alles. Die bis 2033/34 sicherlich deutlich geschrumpfte EU-Nachfrage wird dann mit leichtigkeit aus den chinesischen VW-Werken befriedigt werden können. Solch einen “Deal” kann ich mir durchaus vorstellen, damit zumindest ein Teil von VW am Leben “gelassen” wird. Für die 20% VW-Aktien, welche das Land Niedersachsen hält, gibt es im Gegenzug ein paar € Abfindungen und weiterhin etwas Verwaltung & Entwicklung in WOB, BS, KA & Co.

Das Limit was hier jedoch am schwersten wiegt, ist das Limit an Intelligenz, verbunden mit dem Überschuss an Dekadenz und Null-Hirn. Auch wenn (negative, destruktive, ggf. satanische) Kräfte im Hintergrund diese Sachen anzetteln – all das funktioniert nur, weil alle mitmachen! Nicht “Putin” will uns keine Energie mehr geben – sondern “unsere” Politiker haben “für uns” beschlossen diese nicht haben zu wollen. Einseitig! Das gleiche betrifft viele “Öko”-Gesetzgebungen, die a) nicht “Öko” sind und b) Märkte verzerren und Fehl-Anreize für energetisch und wirtschaftlich unsinnige Investitionen liefern, welche dann noch über Steuergelder als Subventionen bezahlt werden müssen.

Wer Nachhaltig sein will oder immer noch “Grün” wählt, der kündigt bitte sofort seinen (oft Dekadenz-) Job, lebt ab morgen im Jutesack und schafft das sowieso viel zu große Haus, das Auto & alles mit Plaste ab und zieht in den Wald oder in ein altes Lehmhaus auf dem Land. Mit der schwindenden Technik und ohne Chemie werden auch die meisten Berufe sowieso überflüssig und andere wieder “rustikal”. Da wo ich wohne gibt es viele alte (sanierungsbedürftige) Lehmhäuser mit viel Land für wenig Geld. Für <= 5.000€ gibt es eine riesige Auswahl. Jeder kann hier “Öko” für wenig Geld üben und sich seine Garten-Subsistenz aufbauen. Also wenn man das will.

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27 Antworten zu Europa “hat fertig”: BASF baut Produktion in Deutschland PERMANENT ab!

  1. Patrick sagt:

    Natürlich darf man nicht ganz vergessen, dass von den Großkonzernen auch immer gerne gewisse “Drohkulissen” aufgebaut werden, um vom Staat wieder besonders segensreich mit Geldern beglückt zu werden.
    Abwrackprämien, Corona-Hilfen usw. lassen grüßen.

    Natürlich gehört Klappern zum Handwerk, erst recht wenn es Aktiengesellschaften sind, die sowieso nur den Kapitalsammelbecken der Hochfinanz dienen.

    Klar ist, dass die Politik sich immer mehr verstrickt in aussichts- und sinnlosen Aktionen, staatliche Gelder fließen aus allen möglichen Richtungen in alle möglichen Richtungen und alles wird immer stärker vernebelt. Was sind die Waren kosten, was sind echte Preise? Alles komplett verzerrt. Der Staat soll für vernünftige Umstände/Grundlagen sorgen uns dann die Wirtschaft machen lassen.
    Davon sind wir inzwischen Lichtjahre entfernt.

    Wir sehen es beim Strompreis. Wir brauchen keinen bescheuerten Preisdeckel, sondern realistische Strompreise, die sich an den echten Kosten der Stromerzeugung bemessen. Wie einfach wäre es, dafür zu sorgen, dass das der Fall ist…
    Die Stromerzeuger kommen doch aus dem Lachen überhaupt nicht mehr raus – und können selbst noch nicht einmal unmittelbar etwas dazu, denn die Regeln hat ja der Staat gemacht.

    Es ist alles so absurd…

    Natürlich muss man das absolut ernst nehmen, wenn Industrien sich zu Wort melden und über Abwanderung nachdenken. Ganz klar.
    Aber nicht vergessen darf man die Unmengen an Mittelstandsbetrieben. Die stellen nämlich den Großteil der Beschäftigten, der gut bezahlten Arbeitsplätze.
    Und meine Befürchtung ist, dass es wieder einmal nach dem üblichen Schema ablaufen wird: die Konzerne werden mit Steuergeldern gepampert und der Mittelstand wird voll vor die Wand gefahren.

  2. kerstin sagt:

    Nach dem letzten Beitrag von Bernd Warm bin ich über Ihre Emotionen etwas überrascht.

    Steht der Welt in Zukunft weniger fossile Rohstoffe, hier explizit ÖL, zu Verfügung, muss zwangsläufig eine sinnvolle globale Verteilung erfolgen.
    Westliche Volkswirtschaften leiden an Überalterung und Erschöpfung ihrer Teilnehmer, welches man bei Betrachtung von Menschen in jeder deutschen Fußgängerzone wird feststellen können.
    Asiens Bevölkerungen sind jung, hungrig nach Erfolg und Wohlstand, lern und leistungsbereit, fähig und in schierer Masse vorhanden.
    Alles Eigenschaften die im Westen verloren gingen.

    Würde ich Teil der Elite sein, welche sich anmaßt die Welt zu regeln und zu steuern, so würde ich die zur Verfügung stehenden fossilen Energieträger umleiten zu jenen aufstrebenden jungen Volkswirtschaften, um die technische Zivilisation weiter am laufen zu halten.
    Historisch betrachtet, den Staffelstab von Westrom an Ostrom übergeben.

    Ein Niedergang des Westens aus so großer zivilisatorischer Höhe ist gewiss nicht angenehm aber nach so langem Aufstieg naturgesetzlich, also biologisch, unvermeidbar.

    Nur eine Möglichkeit von “Vorwärts” gibt es für uns: zu akzeptieren das Natur nicht verhandelbar ist.

    “Ostrom” folgt diesem Gesetz auch, nur etwas später…

    • M. Püschel sagt:

      Ich schliesse mich Kerstin an und erwarte mehr Gelassenheit.
      BASF zittert ab – na und? Der Industriestandort Europa ist obsolet. Da hat Kerstin ganz recht. Unsere ganze Lebensweise ist obsolet. Ich meine das ist das Thema dieses Blogs. Europa wird jetzt das, was es eigentlich natürlicherweise ist; Agrarland. Wir brauchen also mehr Bauern (die haben wir importiert) und weniger Sesselpupser (die haben wir impfen lassen).
      Läuft doch gut bis jetzt. 🙂
      In naher Zukunft kommen noch zwei spannende Momente.
      Wenn die Masse kapiert was läuft. Vielleicht fällt das auch aus. Die Dummheit meiner Mitmenschen überrascht mich immer wieder.
      Und dann der Moment, wenn unsere Eliten verstehen, dass es von ihnen auch zu viele gibt. Das fällt auf keinen Fall aus, sondern passiert bereits in Anfängen. Zum Beispiel bei Herrn Brudermüller.

      Ich empfehle jedem hier sich die Ansicht von Herrn Becker zu eigen zu machen. Wir erleben das Ende unserer Epoche. Das ist ein Privileg. Wir waren jung in der fettesten Zeit, die es jemals gegeben hat. Möglicherweise im ganzen Universum. Wir sollten dem Schicksal dankbar sein.

      • Nimrod sagt:

        Vor der Industriellen Revolution lebten in Deutschland etwa ein Drittel der heutigen Bevölkerung.
        Das fruchtbare Land rund um die früheren Kernortschften wurde zersiedelt.
        Durch die Energie- und Rohstoffknappheit wird es schwieriger die landwirtschaftlichen Nutzfächen anständig zu versorgen.
        Der landwirtschaftliche Berufsstand geht in der Alterung der restlichen Gesellschaft voraus. Es fehlen die ausgebildeten Fachkräfte.
        Der Verfall des Euro macht es schwieriger im Ausland Energie, Rohstoffe und Nahrungsmittel einzukaufen.

        Deutschland wird zur Industrie- und Siedlungsbrache.
        Agrarstandort ist Deutschland schon lange nicht mehr.

      • Heinrich Harrer sagt:

        Das führt mich wieder zurück zur Dreifelderwirtschaft. Der Westen wird vorbereitet für die Brache, zuerst wird noch abgerntet was verbraucht werden kann – Afrika wird gedüngt und Asien/Russland sind im Zentrum dieses laufenden Jahrhunderts die Produzenten und Entwickler.

        FAZIT: der Umbau des Green Deals führt direkt in die Deindustrialisierung des Westen (alte Kolonialmächte) – die Hauptverbraucher des Planeten, die max. 2 Mrd. Bewohner repräsentieren. Diese Prozesse sind inzwischen unumkehrbar. Die alten Eliten, welche ihre Zelte nicht abgebrochen und in Dubai (dem neuen Babylon) neu errichtet haben – werden ebenfalls verschwinden. Die Neue Welt – der Einsen und Nullen – wird im Verbund mit Asien/Russland entstehen. Ob das eine bessere Welt sein wird, werde ich nicht mehr erleben – einen Beitrag am Aufbau, wird vielleicht der Nachkomme leisten ….

        Der Prozess den man als Karma beschreibt – ist weithin im Gange …. es werden neue Lagen von Knochenschichten auf die alten Schichten gestapelt …. das ist derzeit der einzig beständige Prozess, der sich nicht ändert.

  3. Grete sagt:

    Evolutionär völlig logisch. survival of the fittest. Dazu kommt noch dass wir im Westen bisher pro Kopf deutlich mehr CO2 produzierten als die Chinesen. Wir haben bisher einfach Glück gehabt auf der richtigen Seite zu sein und den Jackpott der fossilen Brennstoffen zur Verfügung gehabt zu haben. Wir konnten alles machen, Geld verdienen in oft angenehmen Jobs, reisen, Mobilität, für jeden Kaiser vor hundert Jahren unmöglich. Aber nimmer lange…

  4. Rainer sagt:

    Die Leute haben es offensichtlich noch nicht kapiert: Es geht um unseren Arsch.

    Von Rot-Grün, dazu zähle ich auch große Teile der CDU, wird der ganze Laden mit einer kranken Ideologie vor die Wand gefahren. Man könnte meinen, es sei ein Suizid. Vielleicht ist aber auch nur die blanke Dummheit, die so allmählich erkennt, welchen Konsequenzen die Geschichten aus dem Märchenbuch im echten Leben haben.

    Es geht und ging nie um Gerechtigkeit. Es geht darum, wer sich durchsetzt, weltweit. Bestes Beispiel ist der Solarbereich, der von China mit Bravour übernommen wurde. Wenn ich allerdings sehe, wem bei irgendeinem Buchpreis gehuldigt wurde, frage ich mich schon, ob der Inhalt des Buches auch wichtig war und ob das der richtige Schwerpunkt in diesem Land ist, der sich ja in vielen Facetten ähnlich räuspert.

    Zukunftstechnologien und Know-how werden bei uns gecancelt, verschenkt, Marktchancen verpasst oder gar nicht erst in Angriff genommen. Amazon lässt grüßen. Früher war vielleicht das Gefühl der Überlegenheit der entscheidende Faktor. Heute dürfte es eher eine abartige Ideologie sein, die m. E. nur existiert, weil diese Bereiche entsprechend gefüttert werden.

    Wenn Öl in den nächsten Jahren wirklich so knapp wird, wie in diesem Blog dargestellt, frage ich mich, wo die Initiativen sind. Dann ist das, was wir bisher gemacht haben, nur ein laues Lüftchen. Vor allem aber sollten wir dann nicht
    – die Hand beißen, die uns füttert
    – AKWs abschalten und abreißen
    – Kohlekraftwerke abreißen
    sondern vielfältig in neue Technologien investieren, damit ein fließender Übergang möglich wird. Aktuell ist ja wohl eher das Gegenteil der Fall.

    Dabei steht rot-grüne Ideologie allerdings nur im Weg. Schwerpunkt in den Schulen müsste Naturwissenschaft und Wirtschaft sein und vor allem Leistungsbereitschaft. Das ist den Menschen deutlich zu sagen, die hier leben wollen. Der Rest kann wieder gehen. Wir haben kein Geld zum Durchfüttern von zig Tausenden. Steuerhöhe und Hartz 4 zerstören vielfach die Leistungsbereitschaft.

    Vor allem sollten wir uns die Zusammenbrüche verschiedenster Staaten und Ideologien vor Augen halten, deren Folgen und die Schwierigkeiten, da wieder herauszufinden. Beispiele gibt es genügend!

    • H.C. sagt:

      Vor allem sollten wir uns die Zusammenbrüche verschiedenster Staaten und Ideologien vor Augen halten, deren Folgen und die Schwierigkeiten, da wieder herauszufinden. Beispiele gibt es genügend!

      Das würde bedeuten: Aus der Geschichte lernen. Tainters “Collaps of complex societies” und die Lehren aus dem oströmischen Reich beweisen jedoch, das wir letztendlich aus der Geschichte nichts lernen und jeder alle Fehler wiederholt. Ugo Bardis Blog hat da immer schöne Parallelen bez. Rom & “hier und heute”.

      Das Problem ist jedoch, das die Politik gar nicht den Anspruch auf gut gemachte und ideologie-freie Lösungen hat. Damit würde das ganze System “eine Partei zu ergreifen” nicht mehr funktionieren. Mit einer “politischen Partei” ordnet man sich eben einer ganzen Menge von Dogmen und Zielen unter. Die Parteilinie ist dabei wichtiger als ein Konsens oder die physikalisch-technische Realität. Schon ein interessantes System der Ablenkung und Steuerung as da geschaffen wurde….

      • Rainer sagt:

        Soziale Marktwirtschaft als Ideologie?
        “Parteilinie … ein interessantes System der Ablenkung…”
        Ja, scheint so. Und so vergeigen wir den mit viel Mühen aufgebauten Wirtschaftswunder-Wohlstand unserer Eltern und Großeltern.
        Vielen Dank für die Tipps, ich werde lesen!

  5. Berndt sagt:

    Europa hat seine fossilen Energierohstoffe fast alle verbraucht, nur noch Restbestände sind vorhanden. Europa muss Energierohstoffe aus anderen Kontinenten importieren.

    Die Ölförderung der Welt verbraucht mehr Exergie, als sie generiert. Sie funktioniert nur noch, weil sie mit billiger Exergie aus Kohle und Gas “subventioniert” wird.
    Die Welt hat im November 2018 ihr Ölfördermaximum gehabt. Russland hat sein Ölfördermaximum überschritten, und wird ab jetzt einen steilen Downturn erleben.
    In dieser Situation muss es so sein, dass Europa ab jetzt Preisschock nach Preisschock erfährt.

    Chinas Energieverbrauch ist etwa 18% aus Erdöl, und etwa 60% aus Kohle. Die meiste Kohle wird in China selbst gefördert. Kohle ist pro Megajoule Exergie billiger als Erdöl. Chinas Rohstoffsituation ist wegen der Kohle derzeit viel besser als die Europas, und China ist unabhängiger vom Weltmarkt.
    Der Kohlepreis ist in 2022 etwa viermal höher als 2020 und davor. China ist in der Nähe seines Kohlefördermaximums. Das sieht für mich nicht so aus, als ob die vorteilhafte Rohstoffsituation Chinas lange anhält.

    • kerstin sagt:

      Hallo,

      ist bekannt wann Peak Öl in Russland war?
      Bringe Ihre Aussage in Verbindung mit der Kürzung der Ölförderung von Opec+ von 2 mio Barrel pro Tag.
      Ist das schon evtl. Folge von Peak Öl in Ru?

      • Berndt sagt:

        Ein aktuelles Diagram zur russischen Ölförderung ist hier:

        https://peakoilbarrel.com/the-eias-short-term-energy-outlook/
        Russland hatte sein Fördermaximum in 2018. Russland hat die folgende Situation: Große Ölfelder mit hohem Wasseranteil in Sibirien. Der hohe Wasseranteil bedeutet auch hohen Energieaufwand zur Ölförderung. Wird eines dieser Felder aufgrund der Sanktionen oder aus anderen Gründen unwirtschaftlich, wird es stillgelegt und selbst bei Aufhebung der Sanktionen und hohen Ölpreisen nie wieder in Betrieb genommen.
        Die Länder der OPEC+ benötigen heute Ölpreise von 90-100 USD für ihre Staatshaushalte. Sie kürzen die Förderung, wenn der Ölpreis um 90 USD liegt, um die Preise wieder anzuheben.
        90 USD treibt die Welt in eine Rezession, der Preis ist zu hoch.
        Der Konflikt ist unlösbar.

        • Nimrod sagt:

          Vielen Dank für die Daten,
          ich habe mich schon seit längerem gefragt wie die aktuellen Ölfördermengen aussehen.

        • kerstin sagt:

          Danke für Ihre Antwort.
          Ru fällt für mich als Welt-Reserve Ort für Oil ja dann auch aus.
          Sind die Zahlenangabe mit denen Sie arbeiten aus Ihrer Sicht verlässlich oder Rechnen sie einen Beschönigungsfaktor mit ein.
          Keiner traut sich ja der sogenannten “Weltgemeinschaft” zu sagen: Leute das wars.

          Beispiel für Erschöpfung eines Kreidevorkommens in Hemmoor/Nds zur Zementproduktion:

          1983 Schließung der Grube
          1971 größter Ausstoß 779 000 to
          1882 Förderbeginn

          Also 88 Jahre bis Peak, 12 Jahre bis erschöpft

          • Berndt sagt:

            Meine Zahlen zu Energierohstoffen stammen im wesentlichen von der EIA. Manchmal mache ich einen Vergleich mit OPEC-Daten oder Jodi. Die EIA-Daten für die Vergangenheit halte ich für verläßlich. Die EIA projiziert ihre Daten auch für die Zukunft. Diese Projektionen sind ziemlicher Murks.
            PKW-Daten sind von nationalen Gesellschaften, ACEA und OICA. Die halte ich auch für verläßlich.
            Meiner Meinung nach hat die “Weltgemeinschaft” als Vorgehensweise: Keiner will akzeptieren, dass wir auf ein Seneca-Kliff zusteuern.

  6. el mar sagt:

    Wir Dissipations-Junkies werden wohl vor die Wand fahren. Trotzdem:

    “Wenn Elektroautos den Planeten nicht retten, was dann?
    von Max Wilbert und Elisabeth Robson

    Seit dem 15. Januar 2021 kämpfen wir dafür, den Thacker Pass vor einer geplanten Lithium-Tagebaumine zu schützen.

    Für einige Leute ist unser Protest verwirrend. Die meisten Mainstream-Umweltschützer unterstützen den Lithiumabbau zur Herstellung von Elektroautobatterien. Doch hier sind wir, stolze Umweltschützer, die viele Jahre lang gegen die Industrie fossiler Brennstoffe gekämpft haben und jetzt gegen die Elektroautoindustrie kämpfen.

    Elektroautos sind keine Lösung
    Wir argumentieren, dass der Umstieg auf Elektroautos nicht wesentlich zur Lösung der globalen Erwärmung beitragen wird – eine Position, die tatsächlich durch Beweise gestützt wird (siehe zum Beispiel diese Grafik oder lesen Sie das Buch Bright Green Lies ).

    Der Abbau von Lithium und anderen Materialien, die in Elektroautos verwendet werden, zerstört empfindliche Lebensräume von Wildtieren, setzt giftige Verschmutzungen frei, plündert heilige Stätten der amerikanischen Ureinwohner – und pumpt ziemlich viele Treibhausgase aus .

    Elektroautos vermitteln die Illusion , dass wir Fortschritte machen. Und (nicht zufällig) bringen sie Autoherstellern viel Geld ein. Teslas Elon Musk ist der reichste Mann der Welt. Die Hersteller von Elektroautos und die Bergbauunternehmen, die ihre Rohstoffe liefern, sind ziemlich zufrieden damit, dass die Öffentlichkeit nicht weiß, was zur Herstellung ihrer Produkte erforderlich ist. Die Idee, dass der Kauf eines Elektroautos den Planeten retten wird, wird als „Greenwashing“ bezeichnet – falsche Werbeüberzeugung durch Öko-Propaganda, die den wahren ökologischen Schaden, der durch ein Produkt oder einen Prozess verursacht wird, reinwäscht.

    Das Einzige, was an Elektrofahrzeugen grün ist, ist das Geld, das verdient wird.

    Sind fossile Brennstoffe die Lösung?
    Nein. Die Gewinnung, Verarbeitung und Verbrennung fossiler Brennstoffe verursacht eine katastrophale Zerstörung von Lebensräumen, giftige Verschmutzung und eine Destabilisierung des globalen Klimas. Schauen Sie sich das Vermächtnis der Ölbohrungen in Nigeria an, die BP-Ölpest im Golf von Mexiko, die durch die Fracking-Industrie verursachte Toxizität oder den Ökozid des Kohleabbaus auf Berggipfeln. Fossile Brennstoffe weiter zu verbrennen, ist inakzeptabel.

    Als Aktivisten an der Basis haben wir Jahre damit verbracht, Ölpipelines zu bekämpfen und Kohlezüge zu blockieren, um die Zerstörung zu stoppen, die durch das Bohren und Verbrennen fossiler Brennstoffe verursacht wird. Und wir werden nicht von der Industrie für fossile Brennstoffe finanziert. Jeder Dollar, den wir gesammelt haben, stammt aus Spenden von normalen Menschen, die die Greenwashing-Lügen satt haben.

    Das Problem ist, dass der Abbau von Lithium, Kobalt und Silizium und den vielen anderen Metallen und Mineralien, die für den Bau von Elektrofahrzeugen, ihren Batterien und anderen „sauberen“ Technologien benötigt werden, genauso schlecht für den Planeten ist wie fossile Brennstoffe .

    Es gibt keinen großen Unterschied zwischen einem Tagebau-Kohlebergwerk und einem Tagebau-Lithiumbergwerk. Beides zerstört Lebensräume. Beide vergiften Wasser. Und beide setzen gewaltige Mengen an Treibhausgasen frei.

    Also, was ist die Lösung?
    Eine der häufigsten Fragen, die uns gestellt werden, lautet: „Wenn Elektrofahrzeuge nicht die Antwort sind, was ist dann Ihre Lösung?“

    Wahre Nachhaltigkeit ist nicht annähernd so einfach und leicht wie der Kauf verschiedener Produkte wie Elektroautos und das Aufstellen von Sonnenkollektoren und Windkraftanlagen. Ein wirklich nachhaltiges Leben bedeutet nicht, Benzin gegen Lithium-Ionen-Batterien auszutauschen.

    Der Zustand des Planeten ist katastrophal, von schmelzenden Eiskappen bis hin zu sich ausdehnenden Wüsten, von Kahlschlägen bis hin zu Bodenerosion, vom Zusammenbruch der Meeresfischpopulationen bis hin zu steigenden Temperaturen. Unser Planet befindet sich bereits tief in der 6. Massensterben-Krise.

    Diese Trends umzukehren bedeutet, unsere gesamte Gesellschaft von oben bis unten zu verändern. Es wird eine Veränderung der Grundlagen unserer Wirtschaft, unserer Gemeinschaften, unserer Arbeit, unserer politischen Strukturen und darüber hinaus mit sich bringen. Das ist entmutigend, und es ist auch unsere einzige Hoffnung.

    Aber das ist noch vage. Wie genau sieht diese Transformation aus? Was ist unsere Lösung?

    Lösungen

    Was ist „Nachhaltigkeit“?
    Im weitesten Sinne bezeichnet Nachhaltigkeit die Fähigkeit, einen Prozess kontinuierlich über die Zeit aufrechtzuerhalten oder zu unterstützen. Hoffentlich ist jedem, der dies liest, klar, dass die Gesellschaften, in denen wir leben, nicht nachhaltig in dem Sinne sind, dass sie im Laufe der Zeit kontinuierlich aufrechterhalten werden können.

    Fast alles, was wir verbrauchen, tun und schaffen, hängt derzeit von fossilen Brennstoffen ab, die schnell abgebaut werden, da die Welt täglich über 100 Millionen Barrel Öl und 24 Millionen Tonnen Kohle verbraucht.

    Sieh Dich um. Es ist wahrscheinlich wahr, dass jedes von Menschenhand geschaffene Objekt, das Sie derzeit umgibt, mit Hilfe von fossiler Brennstoffenergie geschaffen wurde.

    Diese Mineralien haben Hunderte von Millionen Jahren gebraucht, um sich zu bilden, und wenn wir sie weiter verbrennen, werden sie aufgebraucht sein. Die Verbrennung fossiler Brennstoffe verursacht den Klimawandel. Dies kommt zu den Schäden hinzu, die durch die Gewinnung fossiler Brennstoffe entstehen – Ölverschmutzungen, Kahlschläge, Abbau von Berggipfeln und so weiter. Sich auf fossile Brennstoffe zu verlassen, um unser Leben mit Energie zu versorgen, ist nicht nachhaltig.

    Selbst wenn wir fossile Brennstoffe durch Solar- und Windenergie und fossile Kunststoffe durch andere Materialien ersetzen könnten, wäre das immer noch nicht nachhaltig, da die anderen Materialien, aus denen wir unsere menschlichen „Zeug“ herstellen, ebenfalls nicht erneuerbar sind. Beispielsweise wird Lithium, ein wichtiger Bestandteil von Batterien für Elektroautos, durch Vulkanausbrüche, Gesteinsverwitterung und Wasserverdunstung über Millionen von Jahren konzentriert. Genau wie fossile Brennstoffe werden wir, sobald wir alles Lithium, das wir finden können, aufgebraucht haben, nie mehr aus der Erde herausholen können. Das gilt auch für die anderen Metalle und Mineralien, die unter anderem für den Bau von Autos, Windrädern und Sonnenkollektoren benötigt werden. Und während 100 % Recycling theoretisch eine gute Idee ist, ist 100 % Recycling in der Praxis unmöglich – und industrielles Recycling ist selbst eine energieintensive und stark umweltbelastende Industrie.

    Die Kosten der Moderne
    Wahre Nachhaltigkeit bedeutet, zwei Bedingungen zu erfüllen: Erstens dürfen wir nur das nutzen, was die Erde nach menschlichem Zeitmaßstab regenerieren kann. Und zweitens darf diese Nutzung die natürliche Welt nicht beeinträchtigen (dies würde die Tragfähigkeit der Erde im Laufe der Zeit verringern).

    Wir alle stammen von Vorfahren ab, die Tausende von Jahren lebten und die Energie der Sonne nutzten, die in Pflanzen durch Photosynthese gespeicherte Energie, die in den Tieren gespeicherte Energie, die diese Pflanzen aßen, und die Tiere, die andere Tiere aßen. Nachhaltig zu leben bedeutet sicherzustellen, dass wir so viel zurückgeben, wie wir der Erde genommen haben, unseren biologisch abbaubaren Abfall in die Umwelt zurückbringen, um ihn zu zersetzen und Nahrung für Tiere bereitzustellen, und die Energie, die wir verbraucht haben, in den Kreislauf des Lebens zurückführen.

    Wenn Sie feststellen, dass Sie sich sträuben, halten Sie einen Moment inne und atmen Sie tief durch. Ihre Zweifel machen Sinn. Wir alle wurden dazu erzogen, Technologie zu verehren, Ingenieure und Wissenschaftler zu vergöttern und Modernität als Fortschritt zu sehen. Und dass moderne Technik nützlich ist – und manchmal sogar lebensrettend – versteht sich von selbst. Die industrielle Moderne hat sicherlich Vorteile, insbesondere für die wohlhabendsten Nationen und Menschen der Welt.

    Bedenken Sie aber noch einmal die Kosten. Wir leben auf dem einzigen Planeten, von dem bekannt ist, dass er das Leben im Universum unterstützt, und während sich das globale Klima destabilisiert, werden 200 Arten pro Tag aussterben, die Überwucherung beschleunigt sich und planetare Lebenserhaltungssysteme wie Wälder und Ozeane versagen. Die industrielle Zivilisation untergräbt ihre eigene Grundlage; und wie der Historiker Arnold Toynbee feststellte: „Große Zivilisationen werden nicht ermordet. Sie nehmen sich das Leben.“ Wir sind nicht immun gegen dieses historische Muster.

    Wenn der Umweltkollaps bevorsteht – oder bereits hier ist, wenn alle Indikatoren für ökologische Gesundheit in die falsche Richtung gehen und sich beschleunigen –, dann ist die Rückkehr zu einer einfacheren Lebensweise unvermeidlich. Die einzige Frage ist, werden wir das freiwillig tun oder werden wir dazu gezwungen, wenn die Moderne um uns herum zusammenbricht?

    Wir stehen vor einer Wahl: Entweder wir opfern die Lebensfähigkeit zukünftiger Generationen, damit wir ein weiteres Jahrzehnt mit Smartphones und Autos haben, oder wir ändern etwas. Die moralische Entscheidung ist klar.

    Die 6 Elemente der Nachhaltigkeit
    Nachhaltigkeit erfordert eine völlig andere Art zu denken und in der Welt zu sein. Es erfordert auch konkrete Maßnahmen. In diesem Abschnitt stellen wir 6 Elemente vor, um den Übergang zu einer wirklich nachhaltigen Gesellschaft einzuleiten.

    Wir müssen reduzieren
    Wir müssen neu lokalisieren
    Wir müssen rationieren
    Wir müssen wiederherstellen
    Wir müssen umdenken
    Wir müssen uns erinnern

    Wenn Sie die einzelnen Elemente durchlesen, werden Sie feststellen, dass alle Elemente miteinander in Beziehung stehen. Wir können nicht rationieren, wenn wir nicht reduzieren. Wir können nicht umsiedeln, wenn wir die natürliche Umgebung nicht wiederherstellen. Und wir können nichts davon tun, wenn wir nicht unsere Art, in der Welt zu sein, überdenken, uns an unsere Verbindungen zur und Abhängigkeit von der Natur erinnern und revolutionäre, nicht nur inkrementelle Veränderungen vornehmen.

    Dies sind sich gegenseitig unterstützende Bemühungen, die grundlegende Veränderungen in den Zielen mit sich bringen, die wir in unserer Kultur und Wirtschaft verfolgen. Um sie zu erreichen, sind eine weitreichende politische Vision und Führung, ein gewisses Maß an globaler Zusammenarbeit und eine Notfallmobilisierung der gesamten Gesellschaft erforderlich.(1)

    Element 1: Wir müssen reduzieren
    Wiederverwenden ist im Trend, Recycling ist Mainstream, aber Reduzieren ist tabu. Wir leben in Wachstumsgesellschaften, in denen wirtschaftliche Stagnation oder negatives Bevölkerungswachstum als Notfall gelten. Um uns in Richtung Nachhaltigkeit zu bewegen, müssen wir die Größe der Wirtschaft (einschließlich der Menge, die wir verbrauchen) und die Größe unserer Bevölkerung drastisch reduzieren.

    Die Reduzierung des Verbrauchs umfasst die Reduzierung und schließlich die Eliminierung unseres Autoverbrauchs. Der durchschnittliche Haushalt in den Vereinigten Staaten besitzt 1,88 Autos. Das ist nicht nachhaltig.

    Die Bevölkerung kann entgegen der landläufigen Meinung auf humane Weise reduziert werden. Es beginnt damit, kulturell angemessene Familienplanung, Sexualaufklärung und Geburtenkontrolle allgemein verfügbar zu machen. Es erfordert auch reproduktive Freiheit für Frauen. Solche Programme haben sich als wirksam erwiesen, um die Geburtenraten unter das Ersatzniveau (2,1 Kinder pro Frau) zu senken, was bedeutet, dass die Bevölkerung zurückgehen wird.

    Die Reduzierung unseres Verbrauchs und unserer Bevölkerung ist ein Schlüsselelement, um eine schnelle Entwöhnung von industriellen Brennstoffen, Energie und Materialien zu ermöglichen, zusammen mit der industriellen Landwirtschaft (einer der Hauptindustrien, die den Planeten zerstören).

    Element 2: Wir müssen neu lokalisieren
    Wir leben in der mobilsten, globalisierten Gesellschaft, die es je gab, abhängig von mit fossilen Brennstoffen betriebenen Lastwagen, Autos, Zügen, Flugzeugen und Schiffen, um täglich riesige Mengen an Gütern und eine große Anzahl von Menschen über den ganzen Planeten zu transportieren. Dies ist ökologisch nicht vertretbar.

    Die Tatsache, dass viele von uns gerne schnell und bequem reisen, ist im Vergleich zum Leben auf diesem Planeten nicht wichtig. Bei der Umkehrung des ökologischen Zusammenbruchs geht es nicht darum, was wir wollen und begehren. Es geht darum, was der Planet ertragen kann.

    Eine nachhaltige Zukunft ist eine lokale Zukunft, in der die Menschen leben, arbeiten und sich mit dem Nötigsten in der Nähe ihres Zuhauses versorgen und selten lange Strecken zurücklegen. Die „locavore“-Bewegung hat die Idee einer 100-Meilen-Diät vorgeschlagen, um ein nicht nachhaltiges Ernährungssystem zu bekämpfen. Das gleiche Konzept sollte auf Reisen angepasst werden.

    Die Produktion und der Antrieb von Autos ist unglaublich zerstörerisch für die Natur, und daher bedeutet eine nachhaltige Welt, dass wir alle Autos ausmustern und aufhören müssen, neue zu produzieren. Die Reduzierung und Eliminierung der Autoproduktion und -nutzung bedeutet, dass sich fast alles an unserem Lebensstil ändern muss. Wenn wir versuchen, Autos vollständig durch öffentliche Verkehrsmittel zu ersetzen – indem wir versuchen, die Art von Reisefreiheit zu ermöglichen, die wir derzeit genießen –, werden wir nur neue Probleme schaffen, um die alten Probleme zu ersetzen. Einige öffentliche Verkehrsmittel werden beim Übergang zu einer Welt helfen, in der wir alle weniger reisen, aber die Realität ist, dass wir alle lernen müssen, weniger zu reisen.

    Dies wird unglaublich störend sein, aber nicht so störend wie der ökologische Kollaps. Und es gibt Vorteile. In Zukunft werden wir mehr zu Fuß gehen und Rad fahren, was bedeutet, dass wir in der Nähe unseres Wohnortes arbeiten werden. Wir müssen uns mehr auf unsere lokalen Gemeinschaften verlassen. Um während einer Übergangszeit Fahrgemeinschaften zu bilden oder ein Auto mit einer Nachbarschaft zu teilen, müssen wir die Menschen, mit denen wir leben, viel besser kennenlernen. Wir werden nicht mehr so ​​oft umziehen und wahrscheinlich näher bei unseren Freunden und Familien wohnen, sodass wir nicht so weit reisen müssen, um sie zu sehen.

    Relokalisierung bedeutet auch, das, was wir konsumieren, zu verlagern, einschließlich Lebensmittel, Kleidung, was wir verwenden, um unsere Häuser zu bauen und die Dinge, die wir darin verstauen, medizinische Versorgung und mehr. Derzeit verlässt sich unsere Gesellschaft auf globale Versandnetzwerke von Schiffen, Zügen und Lastwagen, um die Dinge zu liefern, die wir verwenden. Dieses globale Versandnetzwerk kann in einer wirklich nachhaltigen Gesellschaft nicht existieren. Deshalb müssen wir lernen, nur mit dem zu leben, was wir aus unserer Umgebung bekommen können. Anfangs kann dieses lokale Gebiet das ganze Land sein, dann vielleicht der Staat, in dem wir leben, und schließlich unsere lokale Gemeinschaft.

    Wir müssen bei der Standortverlagerung vorsichtig sein, denn ohne gleichzeitige Verringerung der Bevölkerung und des Verbrauchs könnte dieser Prozess die Umwelt um unsere lokalen Gemeinschaften herum schnell zerstören. Es ist entscheidend, dass wir das Wichtigste priorisieren – Nahrung, Wasser, Unterkunft, medizinische Grundversorgung – wenn wir unsere Gemeinden verlagern und den Verbrauch aller nicht unbedingt notwendigen materiellen Güter minimieren.

    Element 3: Wir müssen rationieren
    Sich der ökologischen Realität zu stellen bedeutet, sich der Knappheit zu stellen. Wenn wir aufhören, neue Autos zu bauen, und beginnen, fossile Brennstoffe schrittweise zu eliminieren, versuchen die Reichen und Mächtigen möglicherweise, Ressourcen zu horten (um ehrlich zu sein: Sie tun dies bereits). Dies führt zu Gewalt und Leid und wird Engpässe verschärfen, die bereits aufgrund von Überschreitung und ökologischem Zusammenbruch auftreten.

    Angesichts dieser misslichen Lage besteht der moralische Ansatz darin, das zu rationieren, was übrig bleibt. Die Rationierung muss natürlich mit einer drastischen Reduzierung des Verbrauchs von Energie und materiellen Gütern einhergehen. Ein vernünftiges Startziel wäre hier (je nach Verbrauchsniveau in einer bestimmten Region), den Energie- und Materialverbrauch schnell um die Hälfte zu reduzieren und dann 90 Prozent oder mehr anzustreben.

    Die Rationierung sollte fair umgesetzt werden und erfordert Leitplanken und Verfahren. Beispielsweise sollten Lebensmittel, medizinische Versorgung und andere Grundbedürfnisse Vorrang vor Einkaufszentren, Konsumgütern, Unterhaltung usw. haben (die Menschen sollten natürlich weiterhin Spaß haben – aber nicht auf eine Weise, die Energie und Materialien verschwendet).

    Diese Rationierung sollte auch international fair und gerecht umgesetzt werden. Den Menschen in den USA und Europa zum Beispiel sollte eine Zuteilung von Kobalt, das von Sklavenarbeitern in der Demokratischen Republik Kongo abgebaut wird, nicht „rationiert“ werden. Auch sollten den Kongolesen keine Lachskontingente „rationiert“ werden, die aus dem pazifischen Raum exportiert werden. Die Rationierung wird sich in den wohlhabendsten Nationen dramatischer anfühlen, weil wir viel, viel zu viel verbrauchen. In ärmeren Ländern wird die Rationierung nicht so dramatisch sein. Wir schließen uns nicht der kolonialen Behauptung an, dass alle Länder einen „energiesparenden europäischen Lebensstil“ anstreben sollten, wie es in manchen Degrowth-Gemeinschaften üblich ist. Ein energiesparender europäischer Lebensstil ist im Vergleich zu Landbewohnern, den einzigen nachhaltigen Gesellschaften der Erde, absolut nicht nachhaltig.

    Element 4: Wir müssen wiederherstellen
    Während wir Reduzierung, Umverteilung und Rationierung umsetzen, müssen wir gleichzeitig Maßnahmen ergreifen, um Wälder, Flüsse, Prärien und andere wilde Gebiete vor Erschließung, Abholzung, Bergbau und anderen zerstörerischen Aktivitäten zu schützen. Es muss so viel wie möglich erhalten bleiben.

    Um effektiv zu sein, wird dies eine dramatische Veränderung der Wirtschaftsstrukturen erfordern. Beispielsweise müssen Arbeitsplätze in der Rohstoffindustrie vorübergehend durch Arbeitsplätze in der Wiederherstellung ersetzt werden (Entfernen von Dämmen, Aufreißen von Beton, Abbau von Einkaufszentren und riesigen Parkplätzen, Erdarbeiten zur Verringerung der Erosion und zum Aufbau von Boden, Wasserarbeiten zur Verbesserung der Bodengesundheit und Wiederherstellung von Grundwasserleitern usw.). ) – beginnend mit den materiell am wenigsten wichtigen/frivolsten Sektoren und sich schnell auf andere Bereiche der Wirtschaft ausdehnend.

    Wenn wir den Konsum – von allem – reduzieren, wird die Wirtschaft, wie wir sie kennen, nicht mehr existieren. Zum Lebensmittelgeschäft zu gehen, um Lebensmittel zu holen, die dort aus dem ganzen Land und der Welt ankommen, wird keine Option mehr sein. Die Nahrung, die wir essen, muss aus lokalen Quellen stammen, was bedeutet, dass Lebensräume, Böden und Wassereinzugsgebiete wiederhergestellt werden müssen. Als Teil der Natur zu überleben, anstatt die Natur zu beherrschen, wird ohne gesunde, blühende natürliche Gemeinschaften keine Option sein. Die Wiederherstellung dieser natürlichen Gemeinschaften („Ökosysteme“) und unserer Beziehungen zur natürlichen Welt sollte für alle oberste Priorität werden. Die Wiederherstellung unserer lokalen Umgebung wird es uns auch ermöglichen, genügend Nahrung, sauberes Wasser und Materialien zu finden, um Unterkünfte zu bauen, ohne die natürlichen Gemeinschaften zu beeinträchtigen, von denen wir abhängig sind: Wir können uns nicht umsiedeln, ohne auch zu restaurieren.

    Die Konzentration auf die Wiederherstellung statt auf eine wachsende konsumbasierte Wirtschaft erfordert globale, weit verbreitete Bildungsprogramme und Umschulungsprogramme, die Menschen in den Bereichen Wiederherstellung von Ökosystemen, Gesundheit von Wassereinzugsgebieten, Produktion von Subsistenznahrung, Biologie, Ökologie und Permakultur ausbilden können.

    Diese Bildung sollte bei kleinen Kindern beginnen, und so viele Menschen wie möglich sollten daran arbeiten, die zerstörerische Infrastruktur abzureißen und durch wiederhergestellte natürliche Gemeinschaften zu ersetzen. Gleichzeitig sollten kleinmaßstäbliche, ortsbezogene, ökologisch eingebettete Methoden zum Überleben und Gedeihen entwickelt werden. Die Verlagerung staatlicher Subventionen von extraktiven, militärischen und anderen umweltzerstörerischen Aktivitäten würde die Finanzierung dieser Programme ermöglichen.

    Element 5: Wir müssen umdenken
    Der Wechsel von einem Lebensstil des Konsums, der sofortigen Befriedigung und einer Weltanschauung, dass wir von der Welt getrennt sind und dass die Welt uns gehört, um sie zu konsumieren, erfordert eine vollständige Änderung unserer Denkweise und der Geschichten, die wir erzählen. Wir müssen von Geschichten der Herrschaft zu Geschichten der Zusammenarbeit, des Respekts und der Dankbarkeit für unseren Platz in der natürlichen Welt wechseln.

    Unsere gesamte Medienlandschaft konzentriert sich darauf, uns Dinge zu verkaufen, von denen wir die meisten nicht wirklich brauchen. Dies hält die Wachstumsökonomie am Wachsen. Diese Geschichten verewigen und erweitern nicht nachhaltige Konsumlebensstile, und das auf der ganzen Welt.

    Stattdessen brauchen wir Geschichten, die uns helfen zu verstehen, wie wir in einer Welt des ökologischen Zusammenbruchs leben können, einer Welt, in der unsere Gesellschaft, unsere Bevölkerung und unser Konsum kleiner werden müssen, anstatt für immer zu skalieren. Wir brauchen Geschichten, die lokal sind, die uns lehren, wie wir an dem Ort, an dem wir jetzt sind, gut leben und wie wir mit den Herausforderungen umgehen können, denen wir alle gegenüberstehen, wenn wir uns in unserer Art, in der Welt zu sein, verändern. Und wir brauchen Kultur, Bildung, Musik, Poesie und andere Traditionen, die diesen Wandel unterstützen.

    Element 6: Wir müssen uns erinnern
    Karl Benz war der erste Autoverkäufer. Zwischen 1888 und 1893 verkauft er 25 Benz-Gaswagen, sogenannte „Wagen ohne Pferde“, an Kunden. Der Motorwagen, wie er genannt wurde, hatte einen 1 Liter Einzylindermotor mit 2/3 PS. Bis 1899 war Benz mit 572 verkauften Autos der größte Automobilhersteller der Welt.

    Viele von Ihnen haben wahrscheinlich Urgroßeltern oder Ururgroßeltern, die vor 1899 geboren wurden. Wahrscheinlich besaß keiner von ihnen ein Auto. Und doch ist es für die meisten Menschen in den Vereinigten Staaten undenkbar, sich ein Leben ohne Auto vorzustellen, ohne in ein Flugzeug, einen Zug oder einen Bus steigen zu können. In etwas mehr als 130 Jahren haben wir unsere Gesellschaft von einer Gesellschaft, in der die meisten Menschen überall hingingen, zu einer Gesellschaft gewandelt, in der die meisten Menschen ein Auto besitzen und fahren, wann immer sie wollen. Drei Generationen – ein Wimpernschlag im Vergleich zu den rund 300.000 Jahren, die Menschen auf dieser Erde leben – genügen, um zu vergessen, wie es ist, sich ohne Motor fortzubewegen.

    Wir können uns erinnern. Wenn Ihre Großeltern oder Urgroßeltern noch leben, fragen Sie sie, wie es war, bevor die meisten Menschen ein Auto besaßen. Fragen Sie sie, wie es war, bevor wir Plastik hatten, als die meisten Dinge, die die Leute kauften, so gemacht waren, dass sie ein Leben lang hielten.

    Dies ist nur der Anfang des Erinnerns, das erforderlich ist, um unsere Geschichten zu ändern. Wir müssen uns daran erinnern, dass vor der industriellen Zivilisation, bevor wir vergaßen, dass wir nicht an der Spitze einer imaginären Hierarchie stehen, die es uns erlaubt, von der Welt zu nehmen, was wir wollen, ohne etwas zurückzugeben, die Menschen in Zusammenarbeit mit dem Rest der natürlichen Welt gelebt haben, und die Geschichten, die unsere Vorfahren einander erzählten, spiegelten dies wider. Das sind die Geschichten, an die wir uns erinnern müssen.

    Der Realität ins Auge sehen
    Wenn sich das alles für Sie wie eine Fantasie anhört, denken wir genauso. Es ist unglaublich unwahrscheinlich, dass die massive Transformation, die wir in diesen Elementen skizziert haben, in der Geschwindigkeit und dem Umfang stattfinden wird, die erforderlich sind, um die anhaltende ökologische Krise zu stoppen. Hinter endlosem Wachstum steckt einfach zu viel Trägheit und Kraft.

    Dies macht es wahrscheinlich, dass wir in den kommenden Jahren und Jahrzehnten vor dem Zusammenbruch der Zivilisation stehen werden. Tatsächlich hat die allmähliche Auflösung begonnen.

    Alles geht in die falsche Richtung: Bevölkerungswachstum und Konsum steigen, das Wirtschaftswachstum steigt, die Entwicklung steigt, die Förderung steigt, die Umweltverschmutzung steigt, und der Verlust von Lebensräumen und Arten steigt. Diese Trends wurden vom International Geosphere-Biosphere Program (IGBP) als „Great Acceleration “ beschrieben , und Sie kennen vielleicht die Grafik, die das IGBP im Jahr 2015 veröffentlicht hat und die explodierende Trends in 24 sozioökonomischen und Erdsystemkategorien veranschaulicht:

    Die große Beschleunigung

    Im Jahr 2015 lebten 7,3 Milliarden Menschen auf der Erde. Mittlerweile sind es 8 Milliarden. Die Regierungen fördern das Bevölkerungswachstum mit Steuergutschriften für Kinder und in einigen Ländern, indem sie Menschen dafür bezahlen, mehr Kinder zu haben.

    2015 waren weltweit 1,2 Milliarden Pkw und Nutzfahrzeuge im Einsatz. Jetzt sind es fast 1,5 Milliarden. Regierungen fördern den Kauf von Elektroautos mit Steuergutschriften und ermutigen Autokonzerne, indem sie die Unternehmenssteuersätze senken und sicherstellen, dass diese Unternehmen mit Rettungspaketen und steuerlichen Anreizen im Geschäft bleiben.

    Im Jahr 2015 betrug die globale durchschnittliche CO2-Konzentration 399 ppm. 2022 sind es bis zu 421 ppm. Die Regierungen arbeiten hart daran, durch eine Finanzpolitik der Zentralbanken, unternehmensfreundliche Gesetze und Hilfspakete in Rezessionen ein stetiges Wirtschaftswachstum sicherzustellen. Wirtschaftswachstum ist an CO2-Konzentrationen gebunden, da Wirtschaftswachstum an den Verbrauch fossiler Brennstoffe und Materialien gebunden ist.

    Die Industriekultur wächst von Jahr zu Jahr. Jedes Jahr entfernen wir uns weiter von der Nachhaltigkeit.

    Es ist in unserer Gesellschaft ein Gräuel zu behaupten, dass Wachstum nicht wünschenswert sein könnte. Stellen Sie sich einen Politiker vor, der für den Kongress oder die Präsidentschaft in den Vereinigten Staaten kandidiert und sagt: „Wir müssen das Wirtschaftswachstum drosseln, den Gürtel enger schnallen, das Bevölkerungswachstum eindämmen, aufhören, konsumorientiert zu sein, und weniger Geld ausgeben.“ Glaubst du, dieser Politiker würde erfolgreich gewählt werden? Nein, wir auch nicht. (Nichtsdestotrotz erwarten wir, dass dies in Zukunft zu einer Säule unabhängiger politischer Parteien wird und allmählich mehr Mainstream wird).

    Anstatt uns als Tiere zu verstehen, die für unser Leben vollständig von Lebensraum abhängig sind, lehrt uns die moderne Gesellschaft, uns als Verbraucher zu sehen. Die Geschichten, die uns von Unternehmen erzählt werden, und die Geschichten, die wir einander erzählen, lauten, dass Wachstum gut ist und wir dorthin gelangen, indem wir mehr konsumieren. Und so werden wir jeden Tag von unseren Regierungen, von Unternehmen und sogar von unseren Peer Groups ermutigt zu glauben, dass wir uns aus den Krisen, denen wir gegenüberstehen, freikaufen können. Wenn wir nur ein Elektrofahrzeug kaufen oder unseren Strom von einem kommunalen Solarprojekt beziehen oder eine Jeans von einem Unternehmen kaufen, das sich verpflichtet hat, eine „nachhaltige Lieferkette“ aufzubauen, dann ist alles in Ordnung.

    Aber wir alle wissen, dass das falsch ist. Sobald wir beginnen, das Ausmaß und den Umfang der Auswirkungen der Industriekultur zu verstehen, wird schnell klar, dass wir uns aus dieser misslichen Lage nicht freikaufen können und dass schrittweise Veränderungen niemals ausreichen werden. Dieser Realität müssen wir uns stellen.

    Der revolutionäre Moment
    Der ökologische Zusammenbruch ist bereits in vollem Gange und der soziale Zusammenbruch ist nicht weit entfernt. Also, was machen wir?

    Albert Einstein sagte: „Wir können unsere Probleme nicht mit dem gleichen Denken lösen, mit dem wir sie geschaffen haben.“ Wir brauchen ganz andere Denkweisen, ganz andere Lebensweisen in der Welt und ganz andere Geschichten. Und wir brauchen konkrete Veränderungen an den Institutionen und politischen Strukturen unserer Welt. Kurz gesagt, wir brauchen revolutionäre Veränderungen.

    „Revolutionär“ bedeutet „eine vollständige oder dramatische Veränderung herbeiführen oder herbeiführen“. Wenn Sie das Wort „revolutionär“ hören, fragen Sie sich vielleicht sofort: „Bedeutet das, dass ich helfen muss, die Regierung zu stürzen, weil ich vielleicht nicht dazu bereit bin?“ Revolutionäre Veränderung bedeutet, alles zu ändern, von woher wir unsere Nahrung bekommen, wie wir unsere Häuser bauen, wie wir uns fortbewegen, bis hin zu – ja – der Schaffung verschiedener Arten von Regierungen. In diesen revolutionären Zeiten sind revolutionäre Reaktionen gerechtfertigt – zumal viele mächtige Menschen und Institutionen bereit sind zu lügen, zu betrügen und zu kämpfen, um den alten Status quo zu verteidigen.

    Radikale Veränderungen stehen bevor, ob wir wollen oder nicht. Wir treten in einen revolutionären Moment ein, in dem sich der Widerspruch – der grundlegende Konflikt – zwischen Zivilisation und Ökologie zuspitzt. Wir sehen bereits einen zunehmenden Umweltradikalismus und eine damit verbundene autoritäre Gegenreaktion. Wir glauben daran, diese Wahrheiten zu beobachten und danach zu handeln, anstatt zu versuchen, die Realität zu leugnen. In diesem Moment glauben wir, dass dies bedeutet, zu handeln, um die Zukunft auf die gerechtesten und humansten Ergebnisse zu lenken.

    Es ist Zeit, unseren Mut zusammenzunehmen. Wir sind nicht alleine. Wir stehen nicht alleine vor der ökologischen Krise, und wir werden nicht alleine sein, wenn wir gemeinsam an der Lösung arbeiten. Um zu wiederholen, was wir zuvor gesagt haben, es wird uns alle brauchen: all unsere unterschiedlichen Leidenschaften und Fähigkeiten und was auch immer jeder Einzelne zu bieten hat. Wir werden alle eine Rolle spielen und gemeinsam tun, was wir können.

    Die 15 wichtigsten Maßnahmen, um auf dem Weg zu einer wirklich nachhaltigen Gesellschaft zu beginnen
    Die Regierungen müssen aufhören, alle umwelt- und sozialzerstörerischen Aktivitäten zu subventionieren, und diese Subventionen auf Aktivitäten verlagern, die biotische Gemeinschaften wiederherstellen und die lokale Selbstversorgung fördern.
    Regierungen müssen Frauen auf der ganzen Welt reproduktive Freiheit und volle politische, wirtschaftliche und sexuelle Freiheit garantieren.
    Stoppen Sie sofort und dauerhaft alle extraktiven und zerstörerischen Aktivitäten: Bergbau, Fracking, Abbau von Berggipfeln, Teersandproduktion, Kernkraft und Offshore-Bohrungen, darunter der Chef. Dazu gehört auch die Einstellung der Herstellung und Produktion aller Autos.
    Schützen Sie sofort und vollständig alle verbleibenden einheimischen Wälder, Prärien und Feuchtgebiete.
    Stellen Sie alle beschädigten Länder wieder her und stellen Sie den Boden wieder her. Land von denen beschlagnahmen, die dies nicht tun.
    Stoppen Sie sofort alle Aktivitäten, die Grundwasserleiter abziehen.
    Stellen Sie alle verschmutzten und gefährdeten Flüsse wieder her, einschließlich der Einstellung des Baus aller Dämme und der Entfernung aller bestehenden Dämme.
    Beginnen Sie sofort mit dem Ausstieg aus der Monokulturen-Landwirtschaft.
    Beauftragen Sie die Regierung mit der Erhöhung der Anzahl und Reichweite bedrohter und gefährdeter Wildtiere und des Lebensraums, den sie benötigen.
    Die Regierungen stellen die Finanzierung neuer, großer Infrastruktur- und Entwicklungsprojekte ein, darunter neue Autobahnen, Staudämme, Energieprojekte, Minen usw.
    Reduzieren Sie die CO2-Emissionen in den nächsten fünf Jahren um 20 % pro Jahr, um einen katastrophalen Klimawandel zu verhindern.
    Beginnen Sie damit, globale Volkswirtschaften zu kontrahieren, und stellen Sie gleichzeitig sicher, dass alle Grundbedürfnisse befriedigt werden.
    Reduzieren Sie den Verbrauch aller außer unbedingt notwendigen Waren und Dienstleistungen erheblich.
    Bestrafung von Umweltverbrechen, die dem Schaden entsprechen, der der Öffentlichkeit und dem Planeten zugefügt wird.
    Schließen Sie alle US-Militärbasen auf fremdem Boden und bringen Sie alle Militärangehörigen innerhalb von zwei Jahren nach Hause. Reduzieren Sie das Militärbudget um 20 % pro Jahr, bis es 20 % seiner derzeitigen Größe erreicht. Ersetzen Sie das Verteidigungsministerium durch das Friedensministerium.
    Trotz des Ausmaßes der erforderlichen Veränderungen werden sich die lokalen und regionalen Bemühungen, die oben beschriebene Arbeit zu beginnen, trotzdem auszahlen und einige der schlimmsten Folgen mildern.

    Eine mögliche Zukunft
    Über eine langfristige Vision gibt es viel zu beschreiben – wir könnten ein Buch über eine solche Vision schreiben. Deshalb heben wir nur einige der Möglichkeiten hervor, wie sich unsere Lösung entfalten könnte, wenn die Menschheit zusammenkommen könnte, um sie zu verwirklichen.

    50 Jahre:

    Die Geburtenraten sind erheblich gesunken und der große Bevölkerungsrückgang hat begonnen, wodurch der Druck auf die Ökosysteme der Erde verringert wird.
    Die verschwenderischsten, am wenigsten nützlichen und umweltschädlichsten Industrien (z. B. Kreuzfahrtschiffe, Einkaufszentren, Golfplätze, Chemiehersteller) sind seit Jahrzehnten stillgelegt.
    Die gesamte Gewinnung neuer fossiler Brennstoffe ist beendet und ein Rationierungsprogramm ist in Kraft. Die Verwendung fossiler Brennstoffe aus den verbleibenden gespeicherten Reserven wird für die wichtigsten Verwendungszwecke priorisiert: Lebensmittel, Wasser und medizinische Notfälle, und die Gesamtverbrennung beträgt weniger als 2 % der Spitzenwerte.
    Die Materialförderung ist eingebrochen. Die Bevölkerung ist aus Vorstädten, isolierten ländlichen Häusern und städtischen Zentren gleichermaßen abgewandert, um sich in kleinen, weit auseinander liegenden Dörfern zu sammeln, wo sie Materialien aus abgerissenen Gebäuden in Gebieten, die restauriert werden, wiederverwenden und sich in kleiner Lebensmittelproduktion und Handwerksindustrie engagieren.
    Der Grundstein für neue Regierungsstrukturen auf der Grundlage direkter Demokratie und repräsentativer Versammlungen ist gelegt. Das Militär wurde drastisch verkleinert und umstrukturiert, um sich auf die Wiederherstellung von Land zu konzentrieren.
    100 Jahre:

    Die menschliche Bevölkerung nähert sich der 2-Milliarden-Grenze und nimmt stetig ab.
    Da die Bevölkerung zurückgegangen ist, sind die meisten Menschen aus Gebieten mit extremer Kälte und Hitze in gemäßigtere Zonen abgewandert, wo weniger Energie benötigt wird, um warm zu bleiben und Nahrung anzubauen. Wir alle leben ein hyperlokales Leben, leben unser ganzes Leben in der Nähe von Verwandten und Freunden und verbringen den größten Teil des Tages damit, Ökosysteme wiederherzustellen, Nahrung zu jagen und anzubauen, uns zu entspannen und eine Gemeinschaft aufzubauen.
    Es werden keine fossilen Brennstoffe verbrannt. Der gesamte Bergbau und die chemische Herstellung wurden eingestellt. Alle Kernkraftwerke wurden abgeschaltet und der gesamte Atommüll so sicher wie möglich gelagert. Alle großen Dämme wurden entfernt.
    Kleine elektrische Systeme werden an einigen regionalen Standorten für medizinische Eingriffe gewartet. Die Menschen verlassen sich auf einfache, bewährte Technologien wie passive Solarenergie, mehrjährige Polykulturen und Tierhaltung für ihre Grundbedürfnisse.
    Die Regierung wird lokaler, aber regionale Konföderationen und sogar globale Handelsnetzwerke werden für Diplomatie, einen kleinen Teil des Handels und den Informationsaustausch unterhalten.
    500 Jahre:

    Die menschliche Bevölkerung beträgt weniger als 100 Millionen.
    Jedes Jahr kehren mehr Lachse in die Flüsse zurück als im Vorjahr; Jedes Jahr gibt es mehr Singvögel als im Vorjahr. Die Wälder beginnen wieder zu altern und schaffen einen blühenden Lebensraum für Pflanzen und Tiere, und die Menschen haben begonnen, wieder zu lernen, wie man als menschliche Säugetiere im großen Netz des Lebens existiert.
    Natürliche Lebensgemeinschaften sind auf dem besten Wege, sich zu erholen, sodass Nahrung und sauberes Wasser wieder reichlich vorhanden sind. Immer noch verschmutzen Chemikalien jeden Quadratzentimeter der Welt und beeinträchtigen weiterhin unsere Gesundheit, aber in den kommenden Jahrtausenden werden sie für die Menschen und den Rest der natürlichen Welt immer weniger ein Problem darstellen, da sie unter Erd- und Gesteinsschichten eingeschlossen werden.
    Kinder lernen nicht mehr die Namen von Unternehmen, sondern lernen Geschichten über die Namen von Pflanzen und Tieren, wie man jagt und fischt, welche Pflanzen essbar sind und welche nicht, wie man Unterstände baut und wie man sich warm hält. Die Geschichten, die nachts am Feuer erzählt werden, beschreiben die große Wiedervermenschlichung unserer Spezies, unsere wiedergewonnenen Beziehungen zur natürlichen Welt und die Heiligkeit allen Lebens auf dem Planeten Erde.”

    Quelle:
    https://www.protectthackerpass.org/solutions/

    Saludos
    el mar

    • Patrick sagt:

      Vieles ergäbe Sinn, aber natürlich wird das anstehende Chaos komplett verschleiert. Rationierung und Zuteilung bedeutet nichts anderes als das Ende der noch halbwegs demokratischen Verhältnisse. Korruption und Vetternwirtschaft werden geradezu explodieren, gerade wenn die Zeiten beständig schlechter werden, ist die Motivation hierzu ganz besonders hoch.
      Außerdem bedürfte es für eine derart global abgestimmte Agenda praktisch eine Welt-Regierung. Das führt direkt wieder zu den Themen Korruption und Vetternwirtschaft zurück und natürlich ist dies vollkommen absurd, denn die Interessen und Ausgangssituationen sind global sehr unterschiedlich.
      Wir erleben ja gerade, wie sich die Blockbildung verschiebt und die alte westliche Hegemonie Stück für Stück bröckelt.

      Vergesst solche Träume. Vielleicht würde ein Drohnenvolk wie Bienen oder Ameisen so eine Transformation hinbekommen, aber keinesfalls wir Menschen. Sozial-Psychologisch sind wir dafür überhaupt nicht ausgestattet. Ich denke, man wird sicherlich (im Westen) vieles versuchen und tun, was in diese grobe Richtung geht…aber es wird letztlich nur das Gleiche produzieren, was man an sich verhindern will, nämlich Chaos und Konfusion.

      Wir sollten uns wohl an den Gedanken gewöhnen, dass unsere Uhr tickt und uns letztlich das gleiche Schicksal bevorsteht, wie vielen vorherigen Zivilisationen: Overshoot und Kollaps.
      Ich denke nicht, dass es wirklich einen Weg gibt, dies noch abzuwenden.
      Allenfalls könn(t)en wir die exorbitante Fallhöhe ein wenig verringern – aber selbst das machen wir insb. in Deutschland nicht, sondern erhöhen sie beständig.

  7. el mar sagt:

    Seit nunmehr fast 3 Jahren stolpere ich im chaotischen, weil bodenlosen Raum zwischen zwei Epochen herum.
    Ein Teil von mir mäandert weiter durch den dichteren werdenden Nebel des scheidenden Schlaraffenlandes und partizipiert, zunehmend unmotiviert, am Abernten der noch vorhandenen aber schwinden Erträge einer Party, die durch das Abrennen, einmalig vorhandener fossiler Brennstoffe ermöglicht wurde. Gleichzeitig versuche ich Konzepte für die neue Zeit zu ersinnen, für die meine Anker im ungewissen Treibsand jedoch (noch) keinen Halt finden.

    Die Oszillation zwischen den zwei Polen verschwendet viel Zeit durch Grübeleien, Ersinnen und Verwerfen von Plänen sowie Informationsbeschaffung. Das Ergebnis sind Selbstzweifel, Unzufriedenheit und Verunsicherung.
    Die Liebsten um Umfeld sehen zudem lieber unbeirrtes, stetiges „weiter so“ wie es uns die politischen Drahtzieher Mainstream-Medien vorgaukeln als zaudern, zweifeln und herumeiern. Es wird den Massen erfolgreich eingetrichtert, es handele sich nur um eine Delle im Fortgang der industriellen Zivilisation, die uns ein einzelner Despot und ein böses Virus eingebrockt haben, anstatt um einen endgültigen Rohrkrepierer „mangels verwertbarer Masse“. Diese Diskrepanz erzeugt großen zwischenmenschlichen Stress.

    Wenn ein Pferd tot ist, sollte man absteigen. Tatsächlich ist das alte Pferd aber noch nicht ganz tot und wird zudem von der Mehrheit, fälschlicherweise, nach wie vor als agiler Hengst wahrgenommen. Das neue Pferd in der kommenden „Weniger-Zeit“, kann aufgrund physikalischer Gegebenheiten nur ein von fremder Hand dressiertes, kleines Pony sein, mit dem sich keine selbstbestimmten großen Sprünge mehr machen lassen.
    Klaus Schwab vom WEF hat das schön auf den Punkt gebracht. „You will own nothing, but you will be happy“. Hierbei haben Klaus und seine Davoser Clique jedoch keine neue gerechte Weltordnung im Sinn sondern ein für sie (und ihre kaum identifizierbaren Auftraggeber) vorteilhaftes Fortführen des Monopoly-Spiels auf ungewisse Zeit.
    Es geht nicht um Gerechtigkeit sondern um das Recht des Stärkeren.
    Es geht darum, die Menschen in eine große Mehrheit kontrollierter, nutzloser Esser, sprich Bürgergeldempfänger und eine kleine Minderheit wohlhabender Strippenzieher (the happy few) mit dem Privileg der Partyverlängerung auf der Basis der Reste-Verwertung einzuteilen.

    Dabei hat Europa aufgrund der knappen Ressourcen und geringen Wehrfähigkeit schlechte Karten. Wir sehen gerade eine weitere Runde im Spiel „Reise nach Jerusalem“ indem von Angelsachsen eigenordete und möglicherweise belohnt oder erpresste Stadthalter wie von der Leyen, Scholz, Merz, Habeck, Baerbock dafür sorgen, dass Europa zum Vorteil nicht klar zu erkennenden Strippenzieher (die Großkapital-Etage über dem WEF)“ unter den Bus geworfen wird.
    Und Europa wehrt sich nicht: Dank einer perfekten Gehirnwäsche durch die schon angesprochen System-Medien, ist es den Drahtziehern gelungen, dass die drangsalierten Bevölkerungen in Deutschland und benachbarten EU-Staaten ihr scheingrünen, pseudo-christlichen und woke-linken Politsaboteuren selbst wählen und Szene setzen. Menschen in der Ukraine sind wichtiger als eigene Wähler und Bäcker sollen aufhören zu produzieren schallt es aus Talk-Shows, ohne das großer Widerspruch hörbar wird.

    Was tun? Ich bin ratlos, habe es aber auch satt, meinen Stolper-Kurs fortzusetzen.

    Saludos

    el mar

    • marromai sagt:

      Hallo el mar,

      auch wenn es dich wahrscheinlich nicht trösten wird, du bist nicht alleine mit diesen Gefühlen. Am schlimmsten für mich ist das sinnfreie Treiben namens “Arbeit”, das es einem ermöglicht weiter am Affenzirkus teilzunehmen. So viel vergeudete Lebenszeit – es fühlt sich einfach so falsch an. Aber leider sehe ich noch keine Lösung, wie man es anders machen könnte. Zumal die Liebsten im Umfeld nicht nur “weiter so” sondern auch immer mehr wollen – keiner glaubt, dass das bald nicht mehr möglich sein wird.

      Auf “un-denial” wurde ich durch einen Beitrag von dir im Gelben aufmerksam, Danke dafür. Dort habe ich in einem Gastbeitrag meine Gefühle mit der “Overshoot Awareness” beschrieben.
      https://un-denial.com/2022/10/21/by-marromai-a-purpose-in-life/

    • Ich finde, dass wir in einer großartigen Zeit leben und das es sehr, sehr viel zu tun gibt.
      Wegen dem WEF & CO mache ich mir keine Sorgen. Zu den Folgen einer Verknappung der bezahlbaren Energie gehört auch dass die Komplexität zwangsläufig sinken wird. Organisationen wie die UN, WHO, EU und wahrscheinlich auch Bundesstaaten wie die USA und die BRD werden zerfallen. Die Welt wird zwangsläufig immer multipolarer und dezentraler.
      Deutschland und die anderen rohstoffarmen Staaten der EU, sowie GB werden zwangsläufig Agrargesellschaften. Die deutsche Einheit war nur eine vorübergehender Effekt der Verfügbarkeit großer Mengen billiger fossiler Energie. Die Einheit war sinnvoll und notwendig um diese Energie besser nutzen zu können. Jetzt wo wir diese billige Energie zunehmend nicht mehr haben, werden die Kosten der deutschen und auch der europäischen Einheit, und erst recht die Kosten globaler Institutionen, größer als deren Nutzen.

      Auch zerbricht nun der Glaube an die Wissenschaft und an den technischen Fortschritt: Die Coronapandemie ist weder zu ende noch endemisch, sondern sie wird in den Staaten mit hohen Impfquoten aller Voraussicht nach mit einer furchtbaren Katastrophe enden. Siehe z.B. http://www.freizahn.de/2022/11/covid-orkanwarnung-teil-4/ . Damit ist dann auch der Westen mit seinen “Werten” und seinem der Glauben an den technisch/wissenschaftlichen Fortschritt am Ende.
      Es gibt anderseits aber wirklich sehr viel was man noch alles Lernen und üben könnte und sollte, solange man noch die Gelegenheit dazu hat.
      Ein Hauptgebiete das mir persönlich einfällt ist die Medizin, z.B. im Sinne von https://medizinzumselbermachen.de, dem Triggerpunkt Handbuch von Simons und Travell und ähnlichen Quellen. D.h. im medizinischen Bereich gibt es eine ganze Mengen sehr einfache und zugleich sehr wirksame Mittel und Möglichkeiten, die zu kennen in Zukunft sehr hilfreich sein könnte.
      Ähnlich ist es in der Landwirtschaft und auch in dem dazugehörigen Bereich des Klimaschutzes. Hier einige Namen und Sichtworte mit denen man dazu z.B. auf Youtube und sonst wo viele Anregungen findet: “Jim Gerrish grazing”, “Allen Williams pasture”, “John Jeavons biointensive”, “Christine Jones soil”, Elaine Ingham, “Soil food web”.
      Es heißt, wenn die apokalyptischen Reiter kommen sollte man ihnen Bier anbieten. Alternativ könnte es nützlich sein, zeigen zu können wie man schlechte Böden schnell verbessern kann, wie man ohne Kunstdünger und andere Agrarchemikalien gleich hohe oder höhere Ernten wie mit diesen Chemikalien erzielen kann. Wissen und zeigen können wie man die sehr arbeits- und energieaufwendige Heuernte weitgehend überflüssig machen kann. Wissen wie man durch geschicktes Weidemanagement den Ertrag vervielfachen kann.
      Natürlich gibt es darüber hinaus auch jede Menge andere Handwerke, Wissen und Fertigkeiten, die in Zukunft sehr viel wert sein könnten.

      Wir leben jedenfalls in sehr interessanten, sehr spannenden Zeiten.
      In seinem Buch “Eroberung des Glücks” hat Bertrand Russell seinerzeit geschrieben, dass er nur zwei wirklich glückliche Menschen gekannt habe. Seinen Gärtner der dauernd damit beschäftigt war die Kaninchen zu jagen, die ihm zu schaffen gemacht haben, und einen Wissenschaftler in seinem Labor.
      Gerald Hüther hat es in einem Vortrag etwas anders ausgedrückt: Glücklich ist ein Mensch wenn er jeden Tag mit Aufgaben beschäftigt ist, für deren Bewältigung er sich anstrengen muss, die aber anderseits mit einiger Anstrengung auch zu schaffen sind. Was man nicht ändern und nicht schaffen kann sollte man einfach lassen und sich stattdessen Aufgaben suchen die man mit einiger Anstrengung wirklich schaffen kann.
      Die großen Dinge können wir nicht beeinflussen – obwohl wenn wir zufällig irgendwo sehen, dass gerade mal wieder Gott durch die Geschichte schreitet, dann sollten wir selbstverständlich, wie Bismarck es ausgedrückt hat, herbeispringen und versuchen einen Zipfel seines Mantels zu fassen zu kriegen. Aber wenn das nicht der Fall ist, dann haben wir sehr, sehr viel was uns auf unserer lokalen Ebene sehr sinnvoll, gerade auch mit Blick auf die Zukunft, voll beschäftigen kann.

    • Patrick sagt:

      Wunderbar formuliert, el mar.
      Ich empfinde das ganz ähnlich. Und wahrscheinlich gibt es darauf auch keine zufriedenstellenden Antworten.
      Das Ringen um eine neue Ordnung im zunehmenden Chaos (der Entropie) findet aus vielen unterschiedlichen Bereichen statt, im Großen wie im kleineren. Wir kleinen Lichter ohne Machtposition werden hauptsächlich auf die Zuschauerplätze verdammt.
      Versteckt läuft der Krieg um die verbliebenen Ressourcen bzw. deren Partizipation bereits. Global und national. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das Versteckte irgendwann offener wird und zu direkten Konfrontationen führt.
      Uns wird wohl nicht viel anderes übrig bleiben, als zu einem “von Tag zu Tag leben” zurück zu kehren, wie es für unsere Vorfahren wahrscheinlich üblich war. Die Dinge beobachten, wie sie sich weiter entwickeln und versuchen, sinnvoll darauf zu reagieren: Survival of the best adeptest eben.

  8. el mar sagt:

    Quelle: https://consciousnessofsheep.co.uk/2022/11/15/welcome-to-the-oil-death-spiral/
    Von Tim Watkins. Gedeeplt von mir:
    Welcome to the oil death spiral

    Es hat etwas zutiefst Tragisches, Menschen zu beobachten, die ohne Erdöl innerhalb von zwei Wochen tot wären und dennoch ein sofortiges Verbot von Erdöl – und fossilen Brennstoffen im weiteren Sinne – fordern. Es ist natürlich möglich, dass diese Menschen glauben, dass Lebensmittel in Supermärkten wachsen oder dass die Chemikalien, die für sauberes Trinkwasser verwendet werden, mit Hilfe von Star Trek-Technologie in die Wasserwerke gebeamt werden können. Die harte Realität ist jedoch, dass jeder Aspekt des modernen Lebens – selbst für diejenigen unter uns, die am Rande der Gesellschaft leben – vom Öl abhängt… und nicht nur von irgendeinem alten Öl. Das Arbeitspferd der modernen, hochtechnisierten westlichen Volkswirtschaften ist der etwa 30-prozentige Anteil eines durchschnittlichen Barrels Öl, der Diesel genannt wird.

    Schauen Sie sich in dem Raum um, in dem Sie dies lesen. Jeder Gegenstand, auf den Ihr Blick fällt, wurde irgendwann in seinem Leben auf einem Lastwagen transportiert – wenn Sie im Vereinigten Königreich leben, wird ein großer Teil davon auch mit einem Schiff aus Asien gekommen sein. Fast alle diese Lastwagen benutzten Diesel als Kraftstoff. Einige kleinere Lkw und Transporter könnten mit Benzin betrieben worden sein, und eine noch geringere Anzahl von Lkw könnte elektrisch angetrieben worden sein… aber nur die kleinen – einen großen Sattelschlepper kann man nicht mit Batterien betreiben (zumindest nicht, wenn man etwas Platz für die Ladung lassen will).

    Schauen Sie sich noch einmal im Raum um und suchen Sie nach allem, was aus oder mit Kunststoff hergestellt wurde, oder nach allem, was lackiert oder gefärbt ist. Auch für diese Dinge wurde bei der Herstellung Öl benötigt. Fast alles, was aus Metall besteht oder Metall als Bestandteil benötigt, begann sein Leben in der Schaufel eines dieselbetriebenen Krans, der es als Erz auf einen dieselbetriebenen Bergbau-LKW verlud, der es zu einer mit fossilen Brennstoffen betriebenen Schleifmaschine brachte, die wiederum das zerkleinerte Erz zu einer mit fossilen Brennstoffen (Kohle oder Gas) betriebenen Schmelzanlage transportierte.

    Selbst wenn der Strom, mit dem Sie diesen Beitrag lesen, mit einer Windturbine erzeugt wurde – was an windigen Tagen im Vereinigten Königreich heutzutage immer häufiger der Fall ist -, sind Sie den fossilen Brennstoffen noch immer nicht entkommen. Für eine durchschnittliche Zwei-Megawatt-Turbine an Land werden rund 30.000 Tonnen Beton benötigt – etwa 60 LKW-Ladungen. Und dann ist da noch der Stahl:

    “Bei einer 5-Megawatt-Turbine beträgt allein der Stahl im Durchschnitt 150 Tonnen für die Stahlbetonfundamente, 250 Tonnen für die Rotornaben und -gondeln (in denen das Getriebe und der Generator untergebracht sind) und 500 Tonnen für die Türme… Der im Turbinenbau verwendete Stahl enthält in der Regel etwa 35 Gigajoule pro Tonne.”

    Hinzu kommt, dass Windturbinen meist in abgelegenen Gebieten stehen, so dass sie Tausende von Kilometern zurücklegen – bei etwa 6,5 Meilen pro Gallone Diesel -, um die Komponenten von der Fabrik zum Windpark zu transportieren. Und dann sind da noch die Tausende von Kilometern an Kupfer- und Aluminiumkabeln, um sie mit den städtischen Zentren zu verbinden, die den Strom benötigen… all das wird mit fossilen Brennstoffen hergestellt und transportiert.

    Hier ist eine Frage, über die Sie vielleicht noch nicht nachgedacht haben: Wann hat die Welt das Limit der Kohleproduktion erreicht? Denn die Welt ist heute abhängiger von Kohle als je zuvor – vor allem, weil die westlichen Volkswirtschaften unsere Industrie nach China ausgelagert haben und weil China sich bei der Entwicklung seiner Wirtschaft stark auf Kohle gestützt hat. Aber fast die gesamte Kohleproduktion hängt heute von dieselbetriebenen Maschinen ab. Die Zeiten, in denen die Dampfkraft – in Verbindung mit tierischer und menschlicher Arbeit – uns mit der gesamten benötigten Kohle versorgen konnte, endeten im zweiten Jahrzehnt des zwanzigsten Jahrhunderts:

    Seitdem hängt die Förderung von Kohle (und Gas) immer mehr von einer ständigen Versorgung mit billigem Diesel ab, so dass China im Jahr 2002 mehr Kohle verbrannt hat als Großbritannien seit Beginn der industriellen Revolution. Und hätte China dies nicht getan, wären die Importe, von denen wir abhängig sind – ironischerweise auch Windturbinen, Solarpaneele und nukleare Komponenten – einfach nicht aufgetaucht.

    Einfach ausgedrückt: Ohne Öl – und insbesondere ohne Diesel – sind wir am Ende. Wir können also unserem Glücksstern danken, dass es noch reichlich Öl gibt, das gefördert werden kann… oder? Nun, nicht ganz. Zwar gibt es Schätzungen, die besagen, dass sich unter der Erde – einschließlich des Ausgangsgesteins – so viel Öl befindet, wie wir bisher verbraucht haben, doch der größte Teil davon wird nie das Licht der Welt erblicken. Das liegt daran, dass alle großen, leicht zu fördernden Ölfelder entdeckt worden sind und die meisten von ihnen zur Neige gehen. Die verbleibenden Felder sind in der Regel klein und befinden sich oft in schwierigen Gebieten – wie der Arktis oder dem Nordostatlantik -, wo die Kosten für die Förderung aufgrund der thermodynamischen Grenzen höher sein können als der Preis, zu dem das Öl verkauft werden kann.

    Die jüngsten Ölpreisspitzen, die den Preis zeitweise über die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar pro Barrel trieben, sind Ihnen sicher schmerzlich bewusst. Den meisten von uns wird das allerdings erst bewusst, wenn wir an der Zapfsäule tanken oder wenn wir immer höhere Preise für alles bezahlen müssen, was auf einem Lastwagen angeliefert wird. Die meisten Menschen glauben den Medien des Establishments, dass alles Putins Schuld ist – wenn das stimmt, sollten sie Putin zum nächsten Doctor Who machen, denn es würde Zeitreisen für einen Krieg brauchen, der die Welt verändert.

    Die Todesspirale beim Öl hat im Wesentlichen fünf Ursachen. Die erste geht auf die frühen 1990er Jahre zurück, als Politiker fälschlicherweise glaubten, dass Dieselfahrzeuge den Klimawandel abmildern würden, weil sie energieeffizienter sind als Benzinfahrzeuge. Das Problem bestand darin, dass die bestehende Infrastruktur der Ölraffinerien die steigende Nachfrage nach Diesel nicht bewältigen konnte. Die Umstrukturierung der bestehenden Infrastruktur würde Milliarden kosten. Der Aufbau einer neuen Infrastruktur wäre noch teurer. Und angesichts des wachsenden Widerstands der Umwelt wollten nur wenige Politiker das Risiko eingehen, grünes Licht zu geben. Die Antwort lautete wie immer: Offshore-Förderung – im Falle des Vereinigten Königreichs nach Russland – was konnte da schon schiefgehen?

    Das zweite Problem betrifft das Öl selbst. Obwohl wir von einem durchschnittlichen Barrel Öl sprechen können, um ein Gefühl für die raffinierten Produkte zu bekommen, die wir aus der Raffinerie erhalten, sind die Ölvorkommen uneinheitlich. Am einen Ende der Skala ist hydraulisch gefracktes Öl aus Schiefergestein tendenziell sehr leicht. Am anderen Ende der Skala sind Teersande eher mit dem Asphalt zu vergleichen, den wir für Straßenbeläge verwenden, als mit etwas, das Sie in Ihr Auto stecken würden. Die verschiedenen Raffinerien auf der Welt benötigen eine bestimmte Dichte an Öl, so dass selbst Nettoexportländer wie die USA einen Teil des benötigten Öls importieren müssen. Die amerikanischen Ölraffinerien müssen zum Beispiel schwerere Öle importieren.

    Das dritte Problem ist, dass die weltweite Ölproduktion Ende 2018 ihren Höhepunkt erreicht hat. Heute produzieren wir etwa fünf Millionen Barrel pro Tag weniger als zum Zeitpunkt des Höhepunkts. Dies hätte an und für sich zu einem Preisanstieg geführt… wäre da nicht das vierte Problem gewesen: dass man einer wahnsinnigen Gesundheitstechnokratie erlaubt hat, die Weltwirtschaft für fast zwei Jahre lahmzulegen, ohne auch nur die wirtschaftlichen Auswirkungen zu bedenken, die dies haben würde. Anstatt das richtige Preissignal – höhere Ölpreise – zu senden, bewirkten die Abriegelungen das Gegenteil: Öl war so billig, dass man es irgendwann nicht mehr weggeben konnte.

    Jeder in der Ölindustrie, von den Bohrern bis zu den Raffinerien, reagierte entsprechend, stellte die Produktion ein und mottete die Infrastruktur ab. In der Zwischenzeit zogen die Anleger, die steigende Preise sonst vielleicht als Beweis für eine gute Investitionsmöglichkeit gesehen hätten, ihr Geld anderswo hin. Das Ergebnis war, dass, als wir schließlich die Erlaubnis bekamen, unser Leben wieder in die Hand zu nehmen, bei weitem nicht genug Öl für alle da war. Und so wurden aus Preiserhöhungen Preisspitzen und aus einer Energieknappheit eine Energiekrise.

    Ein weiterer Grund, warum Investoren zurückhaltend waren und sind, wenn es darum geht, Geld in die Ölindustrie zu investieren, ist, dass – Problem fünf – die Technokratie beschlossen hat, dass wir ganz ohne Öl auskommen können. Die Anwendung von ESG-Investitionsregeln macht es für die Ölindustrie ohnehin schwieriger, Investitionen anzuziehen. Das größere Problem ist jedoch, dass die Investitionserträge in der Regel langfristig sind. Wenn zum Beispiel jemand so töricht wäre, die Milliarden für den Bau neuer Raffinerien zur Dieselproduktion in den USA oder im Vereinigten Königreich aufzubringen, könnte es zehn oder zwanzig Jahre dauern, bis sich die Investition auszahlt. Die Regierungen beider Länder haben jedoch erklärt, dass sie Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren bereits in acht Jahren verbieten und in achtundzwanzig Jahren die fossilen Brennstoffe vollständig abschaffen werden.

    Die neoklassische – auch als “falsch” bezeichnete – Wirtschaftstheorie besagt, dass steigende Preise angesichts von Knappheit den Wettbewerb fördern. Neue Investitionen werden die Produktion ankurbeln und das Angebot wieder ins Gleichgewicht mit der Nachfrage bringen. Wenn dies geschieht, werden die Preise wieder fallen. Ein altes Sprichwort besagt: “Die Antwort auf hohe Preise sind hohe Preise”. Aber das ist nicht das, was gerade passiert. Die Investoren und diejenigen, die bereits Kapital in die Ölindustrie gesteckt haben, sind nicht daran interessiert, neue Förderanlagen und neue Infrastrukturen zu entwickeln. Angesichts des forcierten Marsches zur Netto-Null-Utopie ist es sinnvoller, die Knappheit jemand anderem zu überlassen und stattdessen die Früchte der höheren Preise zu genießen, solange sie noch anhalten. Wie Bloomberg letzten Monat berichtete:

    “Diesel scheint auf dem Weg in den Winter der nördlichen Hemisphäre knapp zu werden und wird die Kraftstoffpreise in die Höhe treiben, was die politischen Entscheidungsträger, die sich auf Rohöl konzentrieren, um die Energieinflation einzudämmen, in einer Mitteilung an die Kunden der Goldman Sachs Group verwirrt…

    Unterinvestitionen in die Kraftstoffherstellungskapazitäten des Landes, verschärft durch Raffinerieschließungen und -unterbrechungen, führen zu einer Verknappung raffinierter Produkte, insbesondere von Diesel, dessen Bestände sich auf einem “beispiellos niedrigen Niveau” befinden, so die Bank… Infolge dessen, was sie als strukturelle Produktknappheit beschreibt, hob Goldman seine Preisprognose für Benzin und Diesel im nächsten Jahr auf 4,32 bzw. 5,34 Dollar pro Gallone an, von 3,99 bzw. 5,07 Dollar. Die Bank geht von höheren Benzinpreisen aus, auch wenn sie einen Rückgang der Nachfrage unter das Niveau von 2021 prognostiziert.”

    Das sind schlechte Nachrichten für die europäischen Volkswirtschaften – auch für die britische -, die bei zunehmender Knappheit weniger Geld für den Kauf von Diesel zur Verfügung haben. Wie Ron Bousso und Laura Sanicola von Reuters kürzlich berichteten:

    “Händler leiten Tanker mit Diesel aus Europa an die Ostküste der USA um, da die beiden Regionen angesichts einer akuten Verknappung und steigender Preise um die Versorgung kämpfen. Mindestens zwei Tanker mit 90.000 Tonnen Diesel und Düsentreibstoff sind nach Angaben von Händlern und Refinitiv-Schiffsverfolgungsdaten auf dem Weg von Europa zur Ostküste der USA.”

    Die jüngste Entscheidung der G7-Staaten, eine Preisobergrenze für russischen Diesel einzuführen, wird das Problem nur noch verschärfen. Obwohl die höheren Preise theoretisch einen Investitionsboom auslösen sollten, wie Irina Slav von OilPrice berichtet:

    “Dieser Boom ist jedoch noch nicht eingetreten. In der Zwischenzeit bleibt die Kraftstoffnachfrage robust, was zu einer Verknappung führt. In Europa haben einige Faktoren dazu beigetragen, wie der Streik der französischen Raffineriearbeiter, der die Knappheit viel schlimmer gemacht hat, als sie sonst gewesen wäre, und die bevorstehenden geplanten wartungsbedingten Raffinerieschließungen.

    “Europa kauft derzeit viel russischen Diesel, um die Lücke zu schließen, aber das wird im Februar nächsten Jahres aufhören müssen, wenn das Embargo gegen russische Kraftstoffe in Kraft tritt, was die ohnehin schon komplizierte Situation bei der Versorgung mit Mitteldestillaten in einer wichtigen Verbraucherregion weiter verschlimmert.

    “Argus berichtete diese Woche, dass Europa aufgrund niedriger Lagerbestände und starker Nachfrage ein großer Schock bei der Dieselversorgung bevorsteht.”

    Dieser wachsende Schock wird von den meisten Menschen nicht wahrgenommen, weil wir immer noch von den atemberaubenden Gaspreiserhöhungen betroffen sind, die, da wir für Strom und Düngemittel auf Gas angewiesen sind, die Hauptursache für die Preissteigerungen sind. Längerfristig wird jedoch eine zunehmende Verknappung von Diesel weitaus schädlicher sein. Und bis jetzt scheinen weder die Technokraten noch die etablierten Medien oder die breite Öffentlichkeit zu erkennen, dass wir ohne eine ernsthafte Kurskorrektur vor dem Ruin stehen. Wie Juliet Samuel vom Telegraph es kürzlich formulierte:

    “Das Treffen geht so: ‘Wir brauchen euch!’, sagen die Politiker. Die Produzenten kratzen sich am Kopf, während sie über 20 Milliarden Dollar und 20-jährige Investitionen nachdenken, und fragen sich, ob die Politiker immer noch so nett zu ihnen sein werden, wenn der Krieg vorbei ist und der grüne Zug wieder in die Stadt rollt. Ihre grünen Ziele besagen immer noch, dass wir bis 2030 abschalten müssen”, sagen sie. Daraufhin sagt Europa: “Natürlich. Fossile Brennstoffe sind böse!'”

    Das ist die eigentliche Ironie – die “Just Stop Oil”-Leute brauchen keine Suppe über Kunstwerke zu schütten oder sich an Autobahnbrücken zu kleben, denn die Politiker und Technokraten haben das Ölzeitalter bereits für beendet erklärt. Es gibt ein altes Sprichwort aus Äsops Fabeln (ca. 260 v. Chr.): “Sei vorsichtig, was du dir wünschst, damit es nicht in Erfüllung geht!” Die Aktivisten und Politiker, die ein Ende der fossilen Brennstoffe fordern, täten gut daran, diese moralische Botschaft zu studieren. Denn die Welt ist in eine Todesspirale des Öls – oder vielmehr des Diesels – geraten, von der wir uns wahrscheinlich nicht mehr erholen werden. Und die Zukunft ist keine grüne Techno-Utopie, sondern eher ein neues dunkles Zeitalter.

    • M. Püschel sagt:

      Ein klein wenig an der Realität vorbei dieser Artikel.
      Herr Watkins lässt es so aussehen, als ob die Knappheit allein die Folge schlechter Politik wäre.
      Ratlose Verzweiflung wohin man blickt.

      • Patrick sagt:

        Soweit ich das überblicke, ist sich Tim Watkins der Energie-Situation schon sehr bewusst. Aber sieht aber auch, dass die Politik diese entweder nicht wahrnimmt oder ignoriert – und deshalb nur zu schlechten Entscheidungen kommt, die die Situation NOCH schlechter macht, als sie sowieso ist.

        So sehe ich es bei uns auch. Man hätte durch kluge und weitsichtige Politik die Situation zumindest temporär “milder” ablaufen lassen, man hätte sinnvolle Investitionen tätigen können, man hätte Krisen-Kompetenz fördern können etc. pp.
        Stattdessen werden die Exzesse der universellen Weltenrettung und des Gutmenschentums nochmal weiter befeuert, die Fallhöhe noch weiter hoch geschraubt.
        Hier wird es richtig bitter werden, weil wahrscheinlich bis zum Ende die Parolen der geplatzten Lebenslügen aus dem Bunker gefunkt werden.

  9. el mar sagt:

    Außer Verschuldung und Finanzspritzen hat unsere Regierung keine Lösung für unsere Energiekrise.

    Das wird komplett verdrängt.

    https://www.youtube.com/watch?v=9K9f9pJz67o

    Zusammenfassung von Gail Tverberg:

    Der vollständige Titel lautet “Ärger für die EU. Ölpreisobergrenzen, Gasknappheit, himmelhohe LNG-Preise und Flüchtlinge.”

    Alexander Mercouris führt eine interessante Diskussion über die Ölpreisobergrenze, kurz nach Beginn des Vidios. Ich (G. Tverberg) hatte nicht bemerkt, dass die ursprüngliche Idee von Janet Yellen stammt. Alle sind sich einig, dass die Obergrenze nicht funktionieren wird. Die realistischste Obergrenze liegt bei 65 oder 70 Dollar pro Barrel. 70 Dollar sind nicht viel anders als der Preis, zu dem russisches Rohöl heute verkauft wird.

    Europa will sein LNG auf dem Spotmarkt kaufen. Es wird nicht genug LNG geben. Die Preise werden in die Höhe schießen. Die USA sind bei Erdgas relativ autark.

    Bei diesem Video geht es um die Deindustrialisierung Europas. Die USA wünschen sich einen hohen Erdgaspreis, damit es sich lohnt, mehr Erdgas zu fördern. Die Europäer haben keinen Plan, außer ihre eigenen Unternehmen zu subventionieren. Und das zu einer Zeit, in der die Zentralbanken die Zinssätze anheben.

    Die Menschen in der Ukraine werden aufgefordert, die Städte zu verlassen. Dies wird zu einem massiven Flüchtlingsproblem führen.

    Es wird große Probleme aller Art in Europa geben. Vielleicht gibt es im Jahr 2023 echte Probleme bei der Energieversorgung. Bislang sind es nur hohe Preise. Außerdem lagert eine ganze Menge Erdgas in den Speichern.

    Die Menschen, die eine grüne Vision für Europa haben, wollen sie verwirklicht sehen, auch wenn sie dafür die Industrie zu Fall bringen und viel Leid verursachen.

    Die Art und Weise, wie Russland diesen Konflikt beenden kann, ist die Ausschaltung Europas. Russland hat begriffen, dass es ohne Europa auskommen kann, dank der bisherigen Entwicklung. Europa wird als Wirtschaftspartner nicht gebraucht. Europa ist eine geopolitische Bedrohung. Die Schwächung Europas ist jetzt eine Priorität.

    Russland ist jetzt in der Lage, Autos ohne europäische Zulieferer zu bauen. Die USA werden Europa zermahlen.

    Wie ist diese grüne Ideologie in Europa entstanden? Der Anteil der Elektroautos an der Produktion in Europa hat einen Höchststand von 15 % erreicht und ist dann wieder etwas zurückgegangen. Die Grünen bekamen 15 % der Stimmen. Es sind wirklich die Grünen in einem Bündnis mit anderen Parteien, die den grünen Schub verursachen.

    Alex glaubt, dass Europa dieses Jahr (Winter) überstehen wird, aber das nächste Jahr wird ein großes Problem sein. Dafür gibt es keine Planung.

    Entweder Putin stürzt oder die Europäische Union stürzt. Keine politische Krise in Russland. Selbst wenn Putin gehen würde, würde sein Nachfolger wahrscheinlich eine ähnliche oder noch schlechtere Politik betreiben. Ein Friedensabkommen zum jetzigen Zeitpunkt würde die Menschen in Russland wütend machen. Europa kann Putin nicht wirklich vertreiben.

    Die EU ist gut darin, die Dinge auf die lange Bank zu schieben. Merkel war gut darin, Wege zu finden, um das Problem vorübergehend wegzuschieben. Sie hat den Frieden mit den Russen und anderen Ländern bewahrt. Jetzt streitet sich jedes Land mit anderen Ländern. Sie haben keine Person wie Merkel, um das Schiff zu beruhigen.

    Übersetzt mit http://www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

    • Patrick sagt:

      Das Video habe ich auch gesehen. Sehr interessant. Ob alles tatsächlich exakt so ist, ist schwer nachzuprüfen. Ich kenne auch den Background der beiden Gesprächspartner nicht.
      Ansonsten schaue ich auch gerne beim Canadian Prepper auf YT rein, der macht auch permanente Analysen der Gesamt-Situation. Der Inhalt seiner Videos ist oft sehr viel besser, als die “reißerischen” Überschriften vermuten lassen könnten.

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